tioy
XENOPHON
weil er io? Jahr lang in vollkomener Gesundheit undgrossem Ansehn gelebt hat. Er war von ChalcisansThracien. Er gieng zu Athen mit Tobe ab. Als ihneiner gefragt: wie er feine» Sohn am besten unterwei-sen tönte? gab er zur Antwort: wenn er ihn mei-ner wohl bestellten Stadt Bürger werden licsse. Euer.
Ri.
Pa.
XENOPHON, ein General/ Philosophus und Hi-storicn-Schrciber,,war zu Athen Olymp. 82 gebvhren.Weil ihn die Natur mit einer schönen Leides ! Gestaltund Gesichte versehen, gab solches dem Socrgti, wel-cher auf die Gestalt und Bildung der Menschen fleis-flg zu sehen pflegte, Gelegenheit, ihn an sich zu ziehe» ;welcher ihm auch so gute Anleitung zur Wissen schafftund Tugend gegeben, daß er nachmals einer der vor-trefflichsten Männer seiner Zeiten wurde. Sein be-sonderer Freund, Proxenus, ein Böoner, der beydem jüngern Cyro wohl gelitten war, bewegte ihn,baß er sich auch nach Sardis zu demselben begab, all-wo er ebenfalls bey ihm in grosse Gunst kam, und so-dann Olymp. 94, 4 dessen Feldzug wider srinenEr»-der Artaxerxem, als ein Volonté beywohnte: wie-wohl hernach da die griechischen Officiers nach demTode Cyri von den Persern treuloser Meise erschla-gen worden, er endlich das oberste Commando über-nehmen niuste: Wobey er dann an der grossen Ehredes durch so viele barbarische Völcker und unwegsa-me Ocrter zu jedermanns Erstaunen mit Gewalt undendlich noch glücklich fortgesetzten Abzugs der >o ge-nannten 10000 Griechen, unstreitig den besten An-theil verdienet hat. Als auch dieselbigen nach ihrerUeber,' tznng aus Asien nach Byzantz wider die gege-bene Parole daselbst angehalten wurden, sich aber beyvermerchtcm Betrug, derselben Stadt mit Gewalt be-mächtiget, hinderte insonderheit Xcnophon durch sei-ne Beredsamkeit und Klugheit, daß solche nicht ge-plündert wurde. Nach diesem begab er sich zu demiacedämonischcn König Agesilao, brachte dcmftlbemdurch ftinen vertrauten Umgang die vortrefflichstenkehren bey, gieng auch ferner mit ihm in Asien, undwar mit selbigem, als ihn die Laccdämonier in ihrerdamaligen Noth zurück in Griechenland gcruffen, inder Schlacht bey Coronea, von wannen er sich zu-rück nach Scilluns verfügte, woselbst ihm die Lacedà-wvnicr ein besonderes Land-Gut angewiesen, weil erdurch den letzten! Feldzug einigen Verdacht von fti-uen Lands-Leuten auf sich geladen, und daher ohn-^issend und abwesend des Landes verwiesen worden.Hlcftlbst richtete er der vlan-e zu Ehren einen beson-dern Tempel und Gottesdienst auf, und brachte die?eit theils mit Studiren, theils auch mit Jagen, und'n dem Umgänge mit guten Freunden zu. Weil abernach fcicjfm die Elicnftr wiederum einfielen, wendetecc sich erstlich nach der eroberten Stadt Elis, fernerstach Lepreum, und endlich nach Corinth, woselbst er7-UMp. ioy, 1, ohnfchr 360 Jahre vor Christi Ge-burt sein Leben beschloß, welches er mitgröstcm Ruhmauf 90 Jahr gebracht. Er war ein trefflicherbelehrt. Lexk, T. IV,
XENOPHON 2lo g
Soldat, und guter Philosophus, der bke philàhi-schen Lehren in der That auszuüben, sich angelegenseyn lassen. Seine Bescheidenheit und Treue gegenseine Freunde waren so groß als seine Standhaffkig-keit. Ais ihm einst bey dem Opffer die Post von sei-nes Sohns Tode gebracht worden, nahm er denBtzr-men-Krantz, den er auf seinem Haupt getragen, ab;nachdem er aber vernommen, daß er als ein Held ge-storben, und derjenige gewest, welcher denkpaminon-das in der Schlacht bey Mantinea getodtet, setzte erdenselben auch wieder auf. Mit platone stand er inkeiner grossen Freundschafft, sondern war vielmehrauf demselben ein wenig eifersüchtig. Seine Schriff-ten, welche alle in einem so zierlichen, deutlichen undangenehmen Stylo verfasset sind, daß man deswegennicht allein ihn die attische Biene nennte, sondern auchurtheilte, daß die Musen selbst, wenn sie reden sollen,sich seiner Redens- und Schreib-Art bedienen wür-den, sind theils philosophisch, theils historisch. Zuden erstern gehören: de díctis & factis Socratis übn4, die Mr Charpentier ins Frantzvsische, und Christ.Thomasius ins Deutsche übersetzt; apologia Socra-tis ad judices; Convivium phüosophorum ; überœconoaiícus, welches Cicero nach seinem eignen Zeug-niß in der Jugend ins Lateinische, der jüngere Barth.Herr. Broches aber sehr gut ins Deutsche übersetzt;üb. de regn» ; de magilierio equitum ; de rationi-bus credituum ; lind Dialog. Simonidis & Hieronis,
darinnecrvondem unglückseligen Zustande der Ty-rannen handelt. Unter seinen historischen Werckenaber sind merckwürdlg: Cyropsedia, s de Cyri majo-ris vita & disciplina, so obgedachter Charpentiergleichfalls ftantzösisch übersetzt, aber von den aller-meisten mehr für einen Ronian, darinne Aenophonein Muster eines vollkommenen Feld-Obersien undRegenten vorzustellen gesucht, als für eine wahrhaff-te Historie gehalten wird. Ferner de Cyri minonsexpeditione in Aliam; de rebus Gnecor. l. 7, Weicht
eine Fortsetzung von Thucyvidis Historie sind; de
rep, Lacedasmoniorum ; de republica Athenienlium ;de proventibusterraeamcae; dereequestri; deprar-fectura f. disciplina equestri ; de venarione, U. a. m.geschrieben, welche Schrifften am schönsten von Ev.Wells 1703 zu Oxford in 5 Voluminibus in 8 grie-chisch und lateinisch zusammen heraus gegeben wor-den. Das Blich, de squivocis hominum nomini.bus, welches im 17 Scculo unter seinem Nahmenheraus gekommen, ist ihm ausser allen Zweiffel vonAn.Viterbiensi untergeschoben worden. Eaer.Pll. Fa.
XENOPHON, gebvhren zu Athen, hat unter andernEpaminondse und Pelopidae Leben beschrieben. Laer.Fa.
XENOPHON, ein Historien-Schreiber von Antio-chia gebürtig, hat Liebes-Geschichte unter dem Titel:
Labylonica hinterlassen. 8. Pa.
XENOPHON, ein Historien-Schreiber vonCphesus,hat vermuthlich nach des Kaysers Äugusti Zeiten ge-Rrr rrr lebt,