VI
VORWORT.
als astronomische Mythen einer unkritischen Zeit be-zeichneten, ein zu grosses Gewicht beigelegt hat*).
Einige Entdeckungen auf dem Gebiete der Him-melskunde geschahen sehr oft unter Widersprüchen undirrthümlichen Erklärungen der auf sie Bezug haben-den Erscheinungen, denn nicht selten war es schwer,die schwierigen Punkte richtig zu erfassen', man warnicht immer im Stande, von den vorliegenden That-sachen zu den Ursachen fortzugehen. Grösstentheilswar es auch der Mangel an einer Uebersicht der wah-ren Principien, das Vorurtheil der Gewohnheit und desIrrthums, wodurch die Fehlschlüsse unsere Sinne täusch-ten. Aber die unermüdliche Beharrlichkeit führt inihrem unwiderstehlichen Laufe dennoch, wenn auchbisweilen spät, auf die richtige Erklärung der alsTäuschungen oder als irrthümlich bezeichneten Beob-achtungen, sie zeigt dann die Uebereinstimmung derTheorie mit den beobachteten Thatsachen und führt zudem Endzwecke alles Forschens, aller Untersuchungen —zur Wahrheit.
Es würde nicht schwer sein, für das soeben Mitge-theilte mehrere Belege anzuführen, doch dieselben sindmeistentheils bekannt, deshalb möge mir nur erlaubtsein, auf einige Beobachtungen hinzudeuten, für die manerst nach Verlauf einiger Zeit die richtige Erklärungauffinden konnte.
*) T)ie eigentliche nähere Untersuchung über den Venusmondwurde durch die treffliche systematische Zusammenstellung aller Er-scheinungen der Venus in Dr. Klein’s „Handbuch der allgemeinenHimmelsbeschreibung“ veranlasst.