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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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VII
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VORWORT.

VII

Bald nach der Erfindung der Fernröhre beobachteteGalilei den Saturn, der in der Folge eine der merk-würdigsten Erscheinungen am Sternenhimmel werdensollte, da er im Widerspruche mit jeder Analogie derbis jetzt bekannten Planeten mit einem Ringe umgebenist. Der grosse Forscher sah unter allen Astro-nomen zuerst durch sein Fernrohr diesen ausserordent-lichen Planeten und fand die unglaubliche Thatsache,dass derselbe aus drei Körpern zusammengesetzt sei,doch als er später den Saturn völlig rund erblickte,setzte er die Beobachtungen nicht weiter fort. DreissigJahre später veröffentlichte Gfassendi, dass nach seinenBeobachtungen derselbe Planet zwei runde Körper nebensich habe, die oft länglich erscheinen, sich aber auchbisweilen von der Kugel desselben absondern und gänz-lich unsichtbar werden. Es musste natürlich für dieseErscheinung eine Erklärung geben, doch vergebens be-müheten sich die damaligen Astronomen genügendeGründe aufzusuchen, um so mehr, da auch andere Beob-achter dasselbe fanden. Der unermüdliche Hevelius,der jede neue Erscheinung am Himmel zum Gegen-stände einer Untersuchung machte, beobachtete um dieMitte des siebenzehnten Jahrhunderts ebenfalls densonderbaren Planeten und gelangte endlich zu demSchlüsse, dass man für denselben sechs verschiedeneGestalten annehmen könne, ohne demselben sonstigeErklärungen hinzuzufügen. Auch Scheiner und Fon-tana, die ersten Beobachter ihrer Zeit, stellten eineReihe mühsamer Beobachtungen hierüber an und fan-den, jeder für sich, besondere Gestalten, wie das fünfte