VERVOLLKOMMNUNG DES FERNROHRS.
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die ebenfalls zuerst damals gemacht wurde, zeigte verschiedeneVortheile. Bei allen Fernrohren oder Spiegelteleskopen giebt eszwei Hauptbestandtlieile, nämlich den Tlieil der die Luftbilder derentferntesten Gegenstände erzeugt, und die kleine Lupe, vermittelstder man diese Bilder vergrössert, ebenso als wären sie eine strah-lende Masse. Wenn das Bild vermittelst des Objectivs hervor-gebracht ist, so findet sich dasselbe auf derjenigen Linie, dievon dem zu beobachtenden Gegenstände bis zum Mittelpunktedieses Glases geht, und die man sich bis zum Auge des Beob-achters verlängert denken kann. Der Astronom mit einer Lupeversehen, der diese Bilder untersuchen will, nimmt nothwendigseinen Standpunkt jenseits des Punktes ein, wo die denselbenbildenden Lichtstrahlen sich vereinigen. Es ist hier wohl zu merken,dass jenseits hier so viel sagen will als weiter als die Objectivlinse.Der Kopf des Beobachters sowie sein Körper können also folglichnicht der Bildung und der Helligkeit des Bildes schaden, so kleinauch die Entfernung sei, in der dasselbe betrachtet werden muss.Aber es ist nicht dasselbe mit einem Bilde, das durch Reflexion her-vorgebracht ist, dasselbe befindet sich zwischen dem Gegenstände,der beobachtet wird, und dem reflectirenden Spiegel. Wenn derAstronom sich dem Spiegelteleskope nähert, um das Bild zu beob-achten, so wird er auf die früher angedeutete Weise unvermeidlich,wenn nicht die sämmtlichen Strahlen doch einen Theil derselbenauffangen oder abhalten, die im andern Falle dazu beigetragenhätten, die Helligkeit des Bildes zu vermehren. Man wird deshalbbegreifen, warum in den optischen Instrumenten, bei denen dieBilder der entfernten Gegenstände sich durch Reflexion des Lichtesbilden, man genöthigt wird, dieselben auf eine zweite Reflexion zubringen und zwar ausserhalb der Röhre, die den Hauptspiegel um-schliesst und aufrecht hält. Ereignet sich der Fall, dass der kleineSpiegel, von dessen Oberfläche sich die zweite Reflexion bildet,plan oder eben ist und dass seine Neigung auf der optischen Axedes Teleskops 45° beträgt, so wird das Bild seitwärts in eine Oefl-nung, die am Rande der Röhre befindlich ist und das kleine Ocularträgt, geworfen. Auf diese Art sieht der Beobachter in perpen-diculärer Richtung zu der Linie hin, auf der die Lichtstrahlen vonentfernten Gegenständen sich befinden und am Mittelpunkt desgrossen Spiegels ihren Endpunkt haben: auf diese Weise ist derReiiector nach dem Newton’sclien Princip construirt. Im Gre-gorianischen Teleskope, wie bereits früher erwähnt wurde, fälltdas sich durch die Lichtstrahlen bildende Bild des grossen Spiegelsauf einen zweiten, sehr kleinen, der leicht gekrümmt ist und sich