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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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DIE NEBENPLANETEN.

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Wer kann sich das Entzücken Galileis im Jahre 1610 vor-stellen, als er, ein vieljähriger Himmelsbeobachter, zuerst die ihmwohlbekannten Sterne durch ein selbst verfertigtes Fernrohr beob-achtete, wie mag seine Ueberrascliung gross gewesen sein vor Freudebeim Anblick der grossen Wunder der Schöpfung, die er jetzt wie mitneuen Augen erblickte. Und nur allein diesen Sinn erlaubte dergrosse Weltenschöpfer dem Menschengeschlechte durch ein Hilfs-mittel in seiner Kraft zu verstärken, während allen anderen Sinnendies versagt ist. Doch es sollte der edelste und schönste derselbenuns eher die Werke dessen schauen lassen, der alles in schönsterHarmonie und Ordnung hervorgebracht hat. Was damals dergrosse Märtyrer der Wahrheit, Galileo Galilei, mit seinem neuenFernrohre erblickte, das hat er beschrieben in seinem Werke:Nuncius sidereus, magna longeque admirabilia spectacla pandensphilosophia et astronomia, etc. Florent. 1610. 8.

Das Fernrohr, das in Holland unfruchtbar war, wandteGalilei auf den Himmel an und machte damit die schönsten Ent-deckungen, die seinen Namen verewigten. Er fand, dass der Mondwie die Erde eine unebene Oberfläche habe und lehrte die Höheseiner Berge durch ihren Schatten messen. Das Heer der Fix-sterne sah er grenzenlos-vermehrt, denn allein im Sternbilde desOrion zählte er 500 neue Sterne und36 derselben im Sieben-gestirn, wo das freie Auge nur 6 oder 7 erblickt. Den nebelichtenFleck, welcher die Krippe heisst, löste er in seine einzelnen Sterneauf und ahnte zuerst, dass die Milchstrasse sich mit grösserenFernrohren ebenso würde auflösen lassen. Auch das Vorhanden-sein des Saturnringes bemerkte er, obgleich die Gestalt desselbenihn noch keine richtige Vorstellungen beibrachte. Man behauptetsogar und es ist auch erwiesen, dass er die Sonnenflecken gesehenund sie für etwas Atmosphärisches gehalten habe. Aus ihrergemeinschaftlichen Fortriickung von Ost gegen West schloss erauf eine Rotationszeit des Sonnenkörpers und auf die Neigungseiner Axe gegen die Ebene der Erdbahn.

Dieses war der Anfang eines viel verheissenden grossen Zeit-abschnittes, den die Fernröhre hervorriefen, die durch ihre all-mälige Vervollkommnung und durch das Auftreten der genialstenMänner, die sich ihrer bedienten, zu den grossartigsten Ent-deckungen führten.

Die Monde des Jupiters.

Wichtiger als alle jene herrlichen Entdeckungen, die Galileiam Sternenhimmel machte, hielt er diejenige der Monde, die sich