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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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DIE NEBENPLANETEN.

um den grössten Planeten unseres Sonnensystems bewegen, da sieihm das Copernikanisclie Weltsystem im Kleinen darstellten under durch sie von der Richtigkeit desselben überzeugt wurde. Erwollte diese Monde seinem Beschützer, dem Grossherzoge CosmoII.aus dem Hause Medicis, zu Ehren Mediceisclie Sterne nennen undspricht sich hierüber in seinem vorhin genannten Werke aus*).Die Entdeckungsgeschichte beschreibt der seltene Astronom ebenso ausführlich daselbst, wie er sich überhaupt auszudrücken ge-wohnt war.

Den 7. Januar um 1 Uhr Nachts, sagt er,als ich die Gestirnedurch das Fernrohr beobachtete, sah ich am Jupiter drei kleineSternchen, die zwar sehr klein, doch ausnehmend bell erschienen.Obgleich ich sie gleich anfänglich für Planeten hielt, so wundertees mich doch sehr, dieselben in einer geraden Linie zu erblicken,und zwar schien dieselbe der Ekliptik parallel zu sein. Auf deröstlichen Seite Jupiters waren zwei Sternchen, eines dagegen aufder westlichen Seite desselben. Als ich den 8. meine Beobach-tungen wieder fortsetzte, fand ich eine veränderte Constellationderselben, denn alle drei Sternchen befanden sich westlich vomJupiter und unter sich näher als in der vorhergehenden Nacht.Den 10. erblickte ich nur zwei Sternchen auf der östlichen Seite.Den 11. sah ich ebenfalls'nur zwei, doch schien der dem Jupiteram nächsten stehende sich um den dritten Tlieil weiter als gesternvon seinem Hauptplaneten entfernt zu haben. Ich glaubte damals,dass drei Sterne um den Jupiter sich bewegen, wie Venus undMercur um die Sonne.

Den 12. um 1 Uhr Nachts sah ich wieder diese zwei Stern-chen, doch befanden sich eins östlich und eins westlich vomJupiter. Der östliche kleine Stern schien glänzender als der west-liche, doch beide sehr klar, beide standen in gleicher Entfernungvom Jupiter. Auch ein drittes Sternchen fing an um 3 Uhr zu er-scheinen, es kam von der östlichen Seite des Planeten hervor undwar sehr klein. Alle diese kleinen Lichtpunkte befanden sich stetsin einer geraden Linie, die nach der Richtung dei'Ekliptik hinlief.Das kleine zuletzt genannte Sternchen war die erste Beobachtung,die jemals gemacht wurde, von dem Austritte des Satelliten oder

*) Quae cum ita sint, cum te Auspice, Cosme Serenissime, lias Stellassuperioribus Astronomis omnibus incognitas exploravesim, optime jure easAugustissimo Prosapiae tuae nomine insignire decrevi. Quod ai illas primusindagavi, quis me jure reprebendat, si iisdem quoque nomen imposuero acMedicea Sidera appellaro? Epistola Dedicatoria Nuncii siderei p. 7.