Buch 
Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
Entstehung
Seite
46
JPEG-Download
 

46

DIE NEBENPLANETEN.

klären, doch findet Herschel darin die Zeichen einer bedeuten-den Atmosphäre. Sämmtliche Monde verschwinden sehr oft wäh-rend ihres Vorüberganges vor ihrem Hauptplaneten, namentlichim centralen Theile der Scheibe, folglich besitzen sie ein und die-selbe Lichtstärke oder Albedo, da sie sich dann nicht in ihremLichte verändern. Der dritte Mond ist der grösste, nach Galileivon der fünften oder sechsten Grösse, dann folgen in absteigenderReihe der vierte, erste und zweite, letzterer ist von der sechs-ten bis siebenten Grösse. Die Dauer des Eintritts des zweitenSatelliten in die Jupitersscheibe giebt ungefähr 0'9" für den Winkel-durchmesser dieses kleinen Sterns, welches Struve ebenfalls durchmikrometrische Messungen fand.

Im April 1780 erschien der Schatten des dritten Satellitenauf dem Planeten, den man mittelst des Mikrometers P6" fand,während der Durchmesser des Jupiters 41-4" betrug.

Man hat oft die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich ist,diese Monde mit freiem Auge wahrzunehmen, dieselben würdenauch sichtbar sein, wenn nicht der hellglänzende Jupiter sie über-strahlte und unsichtbar machte; sie verschwinden für das Auge,doch zeigt sie ein Fernrohr von unbedeutender Vergrösserungals kleine Sterne. Arago stellte deshalb Versuche mit Fern-rohren ohne Vergrösserungen an, die eigentlich ein fehlerfreiesAuge darstellen, dieselben zeigten die Möglichkeit, diese Mondeohne Hilfe irgend eines optischen Werkzeuges zu erblicken, denner selbst und die sämmtliclien Astronomen der Pariser Sternwartesahen bei Anwendung dieses Versuches sogleich den dritten Mondunweit des Planeten. Dr. Klein in seinem bekannten Werke:Handbuch der allgemeinen Himmelskunde Seite 162 stellt jedocheine Sichtbarkeit dieser Art in Abrede und sagt sehr treffend:Ichglaube, dass in den Fällen, wo ein Satellit mit blossem Auge ge-sehen wurde, in Wirklichkeit zwei Trabanten nahe in Conjunctionwaren und der verstärkte Eindruck beider erst zur Sichtbarkeithinreichte. Prof. Heis in München hat durch mannigfache Ver-suche bewiesen, dass sein Auge eins der schärfsten ist, die über-haupt existiren. Die Sterne erscheinen ihm ganz und gar ohnefalsche Strahlen, was für ein gewöhnliches Auge selbst dannnicht der Fall ist, wenn es sich, wie eben Arago, eines kleinennicht vergrössernden Fernrohrs bedient. Trotzdem ist es Heisniemals gelungen, einen Trabanten mit blossem Auge zu erkennen.Am 11. April 1863, Abends ll 1 ^ Uhr, erblickte er bei günstigerLuft deutlich rechts vom Jupiter einen Trabanten und zwischendiesem und dem Planeten eine merkliche Lücke. Genauere