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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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DIE NEBENPLANETßN.

war indess von grossem wissenschaftlichen Interesse, diejenigenOerter in ihren Bahnen zu bestimmen, wo eine so grosse Licht-veränderung vor sich geht, und Ilerschel bediente sich hierzueiner graphischen Operation, die ihn bald von regelmässig wieder-kehrenden Erscheinungen dieser Satelliten überzeugte. Er be-merkte auf den vier Kreisen, welche die Bahnen derselben vor-stellten, diejenigen Oerter, wo während einer langen Periode jederSatellit sich in seinem grössten oder kleinsten Glanze gezeigthatte. Ebenso bezeichnete er die Oerter, an denen ein jeder siebin seinem grössten oder kleinsten scheinbaren Durchmessser gezeigthatte, woraus dann die Entdeckung hervorging, dass diese Er-scheinungen sich immer gegen dieselben Gegenden wiederholten.Der Astronom machte hieraus noch den Schluss, dass diese Mondeeine Rotation um sich selbst besitzen, die der Zeit ihres Umlaufs,wie bei unserm Monde, gleich ist.

Der erste Satellit zeigt diese Veränderung im höchsten Grade,er befindet sich in seinem grössten Lichte, wenn er denjenigenPunkt erreicht, der beinahe in der Mitte zwischen der östlichenAbweichung und der Conjunction sich befindet. Die glänzendstePhase des zweiten Satelliten wendet sich der Erde zu, wenn dieserkleine Stern zwischen der grössten östlichen Ausweichung und derConjunction sich befindet. Für den dritten Satelliten giebt es zweiGlanzepochen, und man beobachtet sie in beiden Ausweichungen.Der vierte bleibt sich eigentlich in seinem Lichte überall gleichund ist ziemlich trübe, doch nach der Opposition wird sein Lichtetwas glänzender. Eine ausführliche Abhandlung hierüber ver-öffentlichte Herschel unter dem Titel:Observations of theChangeable Brightness of the Satellites of Jupiter, and of theVariation in their apparent magnitudes; with a determination ofthe time of their rotatory motions on their axes etc. London1796, in 4.

Ferner fand der berühmte Slougher Astronom, dass die Farbedes ersten Satelliten mehr oder weniger lebhaft weiss ist, dochfanden Beer und Mädler 1836 denselben mehr bläulich, nachanderen Beobachtern soll er gelblich sein, demnach scheint es,als wenn er seine Farbe wechselt. Dagegen erscheint der zweitebald rein weiss, bald grünlich weiss, auch oft bläulich. Flauger-gues, der diesen Mond ziemlich oft beobachtete, hält ihn füreinen Nebenplaneten, der sein Licht am schnellsten ändert. Derdritte Satellit ist immer weiss, während der vierte bisweilen sehrdunkel, oder orangefarben, oder röthlich erscheint. Es ist nichtleicht, sich genügend diesen sonderbaren Farbenwechsel zu er-