DIE NEBENPLANETEN.
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da dieselben nur durch gute, optische Instrumente dem Beobachtersichtbar werden. Als Huyghens, der berühmte holländischeAstronom, den 25. März 1655 mit einem Fernrohre von 12 undeinem andern von 23 Fuss Focallänge den Saturn beobachtete, saher zum ersten Male den vierten Mond desselben, dieses ist dergrösste aller Begleiter jenes Planeten und der einzige, der ineinem gewöhnlichen dioptrischen Fernrohre von 10 bis 12 Fusssichtbar wird.
Dominik Cassini entdeckte den fünften Mond gegen dasEnde Octobers 1671 mit einem solchen Instrumente von 17 Fuss,der dritte Mond zeigte sich nur bei Anwendung eines stärkernFernrohrs von 35 oder 70 Fuss den 23. December 1672, worüberer eine kleine Abhandlung veröffentlichte.
Im Monate März 1684 beobachtete er die beiden innerenMonde, das heisst, den ersten und zweiten, doch geschah diese Ent-deckung mit Campani’schen Fernrohren von 34, 47, 100 und136 Fuss, ausserdem bestätigte er sie mit Borelli’schen von 40und 70 Fuss und mit Artonquelli’schen, die noch länger waren.In England zweifelte man an der Existenz dieser vier Monde, dieDom. Cassini beobachtet hatte, doch der durch seine genauenBeobachtungen bekannte Astronom, Pound, suchte dieselben auf.Zu diesem Behufe liess er über dem Glockenthurme seines Kirch-spiels im Jahre 1718 das ausgezeichnete Objectiv von 123 FussFocallänge anbringen, welches Huyghens derKönigl.Gesellschaftzu London übersandt hatte. Er beobachtete alle fünf Monde, undman verbesserte nach diesen Beobachtungen die Elemente ihrerBahnen, die Cassini in Paris 1714 berechnet hatte. Als in der-selben Zeit der damalige Vicepräsident der Königl. Gesellschaft,Iladley, ein Mittel gefunden hatte, gute Spiegelteleskope nachNewton’s Princip zu verfertigen, setzte man mit denselben dieBeobachtung der Saturnstrabanten fort.
Der erste und zweite derselben werden mit gewöhnlichenFernrohren von 40 Fuss Focallänge nur mühsam erkannt, derdritte ist etwas grösser, bisweilen bemerkt man ihn währendseines ganzen Umlaufs. Der vierte ist der grösste von allen, des-halb wurde er auch zuerst entdeckt. Der fünfte übertrifft die dreiersten an Lichtstärke, wenn er sich in seiner östlichen Aus-weichung befindet, doch ist er bisweilen sehr klein und verschwin-det gänzlich. Sobald die achromatischen Fernröhre erfundenwaren, wurde ihre Beobachtung auch leichter und man gebrauchtedazu nicht mehr die oft genannten langen Fernrohre. Der durchseine Jupiterstrabanten tafeln am Ende des vorigen Jahrhunderts