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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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DIE NEBENPLANETEN.

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bekannte schwedische Astronom Wargentin in Stockholm ver-sicherte sie alle durch ein solches Fernrohr von 10 Fuss gesehenzu haben.

Nach der ersten Entdeckung eines Saturnssatelliten durchHuyghens vermuthete man mit Recht, dass noch mehrere dersel-ben vorhanden sein könnten, man glaubte ihre Anzahl müssegleich derjenigen der Planeten im Sonnensystem sein. Aber derholländische Astronom suchte sie nicht auf, vielleicht hielt er seineübrigens trefflichen Fernröhre, deren Gläser er selbst geschliffenhatte, für solche Beobachtungen nicht scharf genug, während dochspäter mit Hilfe seines Objectivs Po und alle damals bekanntenauffand. Doch wahrscheinlicher ist, dass seine anderweitigengrossen Entdeckungen und Erfindungen ihn zu diesen anhaltendenBeobachtungen nicht kommen liessen. Lange schienen diese fünfMonde das vollständige System der Nebenplaneten Saturns zubilden, bis den 28. August 1789 Ilerschel mit seinem grossenTeleskope von 40 Fuss einen solchen beobachtete, der noch näherdem Ringe des Hauptplaneten als der fünfte war. Dieser kleineStern hätte also den ersten in der Reihe dieser Monde bildenmüssen und es befänden sich jetzt dieselben um eine Einheit inihrer Nomenclatur .vom Saturn entfernter. Um nicht eine Ver-wechselung hei der Benennung derselben zu begehen, liess manden früheren ihre Bezeichnung und nannte diesen den sechstenMond. Ebenfalls gelang es, durch jenes Riesenteleskop dem uner-müdeten Beobachter den 17. September 1789 den siebenten Mondzu entdecken, der sich zwischen dem Ringe und dem vorher-genannten sechsten Begleiter befindet. Dieser zuletzt entdeckteMond ist von ungemeiner Lichtschwäche und Herschel konnteihn nur unter günstigen Umständen entdecken und beobachten,in solchen Fällen war derselbe im 20füssigen Teleskope sichtbar.Nach dieser Entdeckung Herscliels hielt man die Anzahl dieserMonde für bekannt, desto überraschender war es, als den 16. Sep-tember 1848 Bond in Amerika einen achten Begleiter entdeckte,der wahrscheinlich der letzte im Mondensysteme jenes seltenenPlaneten ist, wenn man die Entdeckungen chronologisch be-zeichnet.

Die Bahnen des siebenten und achten Satelliten haben einesehr kleine Ausdehnung, oft befinden sie sich hinter dem Haupt-planeten oder sie gehen vor der Saturnsscheibe vorüber. Bis-weilen ereignet es sich, dass das Licht des Saturnringes sie voll-ständig unsichtbar macht; erscheint uns der Ring als eine leuchtendeLinie, die ungemein schmal ist, so beobachtet man diese Monde

Schon*, der Venusmond. A