MOND DER VENUS.
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Eine bis jetzt wenig bekannte Beobachtung, die durch ihregenaue Zeitangabe die vorher genannte übertrifft, ist die folgende:
„Auszug aus dem Tagebuche der Sternwarte zu Greifswaldevon Prof. Meier.
1759, den 19. Mai im wahren Mittage, zeigte die Pendeluhr23 St. 55' 33,1".
Venus ging durch den Mittagskreis um 2 Uhr 7' 45", Zeit derPendeluhr oder 2° 12' 12 1 /' 2 " wahrer Zeit. Den 20. Mai imwahren Mittage zeigte die Pendeluhr 3° 55' 32-5", Abends um8 Uhr 45' 50" sah ich über der Venus ein Kügelchen von viel ge-ringerem Glanze, ungefähr 1V 2 Diameter der Venus von derselbenentfernt. Künftige Beobachtungen werden lehren, ob dieses Kügel-chen ein optischer Schein oder der Trabant der Venus gewesen.Die Beobachtung geschah durch ein Gregorianisches Fernrohr von30 Zoll Brennweite. Ich setzte sie eine halbe Stunde lang fort,und die Lage des Kügelchens gegen die Venus blieb dieselbe,wenngleich die Richtung des Fernrohrs geändert wurde.
Den 21. Mai im wahren Mittage zeigte die Pendeluhr 23 St.55' 35y 4 ".“
(Astron. Jahrbuch 1778, Seite 186.)
Das folgende Verzeichniss enthält die sämmtlichen bis jetztbekannten Wahrnehmungen des fraglichen Satelliten, die, wie wirin der Folge bemerken werden, dasjenige Vertrauen verdienen, umdarauf weitere Berechnungen zu gründen.
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Sehorr, der Venusmond.