DIE FLECKEN AUF DER OBERFLÄCHE DER VENUS. 101
Eine andere Wahrnehmung desselben Beobachters beschreibtdie Erleuchtungsgränze der Phasen oft mit Vertiefungen, oft miteiner bedeutenden Hervorragung in der Nachtseite des Planetenversehen, dieselbe Erscheinung wurde ebenfalls von Fritsch inQuedlinburg gesehen.
Ebenfalls beobachtete Schröter zuerst, dass bisweilen dieBreiten der Theile der Phase ungleich seien, es gelang ihm sogar,durch mikrometrische Messungen den Unterschied derselben zu er-mitteln, so dass hier keine Täuschung obwalten könne.
Eine andere sehr wichtige Beobachtung, die derselbe Astro-nom öfters wiederholte und bestätigte, betrifft die Irregularitätder äussern Kreisperipherie des erleuchteten Randes der Venus,dasselbe bemerkte auch Huth in Frankfurt a. 0., der dieses füreine Abplattung der Venus hielt. Nach der Meinung des Ent-deckers müsste die Gestalt dieses Planeten keine regelmässigeRundung besitzen, sondern ein besonderes Sphäroid bilden. Ermacht hierzu die Bemerkung: „Sollte sich diese bis jetzt bloss bis-weilen und nur am südöstlichen Venusrande beobachtete irreguläreKugelgestalt in der Folge der Zeit wirklich als eine Irregularitätbestätigen, so würde sie zu dem, was die spanischen MariniersDon Alex. Malaspina, Jos. de Bastemente, Dion Galeanound Cur de Canallos auf ihren Entdeckungsreisen über dienicht regelmässige Figur unserer Erde nach den neuesten Nach-richten *) entdeckt haben sollen, eine merkwürdige Parallelegeben“. (S. 78 der Fragmente).
Wir theilen die merkwürdigsten Erscheinungen, deren wir bisjetzt erwähnt haben, nachstehend mit, indem wir besonders dieEinzelheiten derselben berücksichtigen, da sie sich sämmtlich aufden Venusmond beziehen.
*) Gotting, gelehrt. Anzeigen von 1795, 21 Stück vom 5. Februar.