DIE FLECKEN AUF DER OBERFLÄCHE DER VENUS. 105
sclieinlich, derselbe besässe demnach eine Oberfläche, die grössten-theils durch ihre Flecken dunkel ist und von der einige lichteStellen mit der Venus gleiche Lichtstärke oder gleiches Albedobesitzen. Ausserdem ist derselbe Mond in eine ziemlich dichteAtmosphäre gehüllt, die durch verschiedene in derselben sich er-eignende Veränderungen denselben oft beinahe oder gänzlich un-sichtbar machen können.
Befindet sich die lichte Seite des Trabanten auf der erleuchte-ten Phase, so ist dieselbe entweder nicht zu unterscheiden oder sietritt sehr hell hervor, ist aber der Begleiter auf der Nachtseiteder Venus sichtbar, so erscheint er uns, im Falle er die helle Seitedem Beobachter zuwendet, als heller Punkt oder Fleck auf der-selben. Auf der erleuchteten Phase befinden sich oft neben demhellen Flecke ein oder zwei dunkele Flecken. Auf diese Weisebeobachteten die hellen Flecken auf der erleuchteten PhaseCassini und Fritsch, auf der Nachtseite der Venus sahen einenhellen Flecken Har ding und Schröter. Unstreitig stellen diedunkelen Flecken entweder die dunkele Seite des Trabanten odersein Kernschatten auf der Venusscheibe vor.
Die Abrundung der Hörner, namentlich die von Schröteröfter beobachtete Veränderung des südlichen Horns der Venus-phase ist, der vorigen Annahme nach, der Vorübergang des Be-gleiters des Planeten vor jenem Theile der Oberfläche, es ist derdunkele Theil der Trabantenkugel, die uns dann zugewendet er-scheint.
Die irreguläre Erleuchtungsgränze der Phase, die eigentlichdie Nacht- von der Tagesseite scheidet, kann ebenfalls durch dieStellung des Satelliten vor der Scheibe seines Hauptplaneten er-klärt werden, denn ist die dunkele Seite des Begleiters uns indiesem Falle zugekehrt, so sehen wir in der sonst regulären Grenz-linie eine starke und dunkele Vertiefung, wendet sich indess demBeobachter seine helle Seite zu, so erscheint eine merkliche Her-vorragung, die sich bis in die Nachtseite der Venus erstreckt.Diese Erscheinungen beobachteten Schröter und Fritsch,welche dieselben beschrieben in den Aphrod. Fragment, und imAstron. Jahrb. von 1803.
Einige Male bemerkte Schröter, dass die Breite der süd-lichen Venussichel schmäler als die der nördlichen war, er hattesich hiervon durch sehr aufmerksame Beobachtungen, sogar mitHilfe zweier verschiedener Teleskope, überzeugt, so dass keineTäuschung hierin obwalten könnte. Auch diese Erscheinungei'klärt die Existenz eines Venusmondes, dessen dunkeier Theil,