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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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115
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AUFFALLEND GRÖSSTES LICHT DER VENUS. 115

vornehmlich Ursache, dass ich es bei der blossen Bemerkung, dassVenus als Morgenstern in vollem Glanze leuchtete, bewenden liess,zumal da dieses nicht unbekannt ist.“

1777 den 16. März sah Thierry de Menonville bei hellemTage auf dem Schiffe im Meerbusen von Mexico die hellstrahlendeVenus im grössten Glanze, da die Sonne noch 5 Grade über demHorizonte stand. Er beschreibt diese Erscheinung in seinem:„Traite de la Culture du Napal et de l’Education de la Cochenilleprecede d’un Voyage de Guaxaca, Paris 1787, p. 47.

In demselben Jahre bemerkte Lambert im Monat April, daVenus, wie er sagt, im stärksten Abendglanze war, von Neuem dieErscheinung von einem Schatten, der durch diesen Planeten aufdem Fenster der Thür, welche zwischen dem Schlafzimmer undeinem zweiten gegen Nordwest belegenen Cabinette sich befand,herrührte. Durch diese Erscheinung wurde der berühmte Gelehrteveranlasst, eine Untersuchung über das grösste Licht der Venuszu unternehmen, deren Resultate wir früher mittheilten.

1782 im Anfänge des Juni sah Wurm zu Gruibingen imWürtembergisclien im Augenblicke, da die Sonne aufging, mitblossen Augen die Venus.

1790 im Februai j erso ]ri en derselbe Planet nach Lalande’sU11 1793 im April ) Mittheilungen in Paris bei hellem Tage.

1798 Ende Januars und Anfang Februars erblickte man Venusim ausserordentlichen Glanze in Paris, welches die dortigen Be-wohner in nicht geringe Aufregung versetzte. Wurm machtehierüber die Bemerkung: „Sonderbar, dass gerade in Paris dieseErscheinung Furcht verbreiten konnte, da Lalande in seinenEphemeriden auf den Anfang des Februars in demselben Jahreden grössten Glanz des Planeten ausdrücklich vorher angezeigthatte, denn er sagt S. 135: Venus sera visible en plein jourapres midi.“

Den eigentlichen Grund hiervon erfahren wir durch einenBrief, den Lalande den 7. Pluviose An. VI. (26. Jan. 1798)an den Bar. v. Zach schrieb, worin er sagt: „Seit einigen Tagenwerde ich mit Briefen und mit Visiten gar gewaltig geplagt undüberlaufen, wegen eines Kometen, den ich soll angekündigt haben,dass er unserer Erde gefährlich werden würde*).“

*) Äehnliches ereignete sich bekanntlich 1872 mit Prof. Plantamourin Genf.

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