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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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119
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AUFFALLEND GRÖSSTES LICHT DER VENUS. 119

1563 Jupiter den Saturn,

1591 den 9. Januar, Mars den Jupiter,

1590 den 3. Oetober, Venus den Mars.

1599 den 8. Juni, Venus den Mercur.

Wolf gründete hierauf den Beweis von der Richtigkeit desCopernicanischen Weltsystems, doch führte er später in denlateinischen Eiern. Astronomiae nur die zweite und dritte Bedeckungan, wahrscheinlich waren die anderen nur sehr nahe Zusammen-künfte. Diese Erscheinungen müssen in jeder Hinsicht auffallendgewesen sein, weil sich nicht hloss die Farbe, sondern auch derGlanz dieser Planeten veränderte.

Wie aus den von uns mitgetheilten Erscheinungen der Eieckenauf der Venus folgt, so ist, nach der von uns bereits angeführtenCassinischen Vermutliung, die Oberfläche des Venusmondes viel-leicht zur Hälfte dunkel, jedoch leuchtet der helle Theil desselbenmit eben dem starken Lichte wie die Venus oder sein Albedo istdem seines Hauptplaneten gleich. Befindet sich dieser Planet inseiner grössten Lichtstärke, so ist in eben derselben Zeit auch derGlanz des Venusmondes am grössten. Doch auch das Licht des-selben kann noch eine stärkere Intensität besitzen, wenn derTrabant sich in einem seiner Knoten auf der Venushahn vorseinem Hauptplaneteu befindet. Nimmt er in seiner eigenen Bahndann eine solche Lage an, dass er in der grössten Entfernung vonder Venus oder in der grössten Nähe zur Erde steht, so wird seinLicht unstreitig uns heller erscheinen. Befindet er sich aber injenem Punkte mit seiner uns zugewendeten dunkeln Seite, so er-blicken wir auf eine kurze Zeit eine Abnahme des hellen Venus-lichtes, wie Kepler und Fritsch dieses beobachtet haben.

Unter der Voraussetzung der Existenz des Venusmondeswollen wir hiernach die beobachteten seltenen Glanzepochen,deren Zeit genau angegeben ist, nach den Theorien von Kies,Lambert und Wittstein vergleichen, und den Unterschied derBeobachtung mit der Theorie angehen. Die obengenanntenVenusglanzerscheinungen sind nach Obigem 1630 den 5. Februar,1700 den 1. November, 1716 den 21. Juli, 1777 den 10. April und1798 den 31. Januar.