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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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143
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VORÜBERGÄNGE DER VENUS VOR DER SONNE. 143

Scheuten einen Sonnenflecken für den Trabanten der Venus ge-halten hat, so ereignete es sich wahrscheinlich schon öfters um-gekehrt, dass man den Trabanten für einen Sonnenflecken hieltund nicht weiter darauf achtete. Es ist demnach auch bei denvorstehenden Vorübergängen hierauf besonders zu achten, dasskeine Verwechselung entstehe. Abgesehen von seiner kreisrundenGestalt muss ein Venusmond sich bemerkbar machen durch seineschnelle Bewegung auf der Sonnenscheibe, die jene der Venusübertrifft, diese dagegen wieder die Sonnenflecken. Voraussichtlicherscheint der Trabant im tiefsten Schwarz mit einem Nebelringeumgeben, da er eine bedeutende Atmosphäre besitzt. Die Sonnen-flecken erscheinen aber auch mit einer solchen etwas hellem Um-gebung, so dass die Verwechselung daher sehr leicht ist und siesich nur durch ihre langsamere oder schnellere Bewegung unter-scheidet. Bei den so vielfach sich ereignenden unteren Conjunc-tionen der Venus mit der Sonne wird es sich wohl schon ereignethaben, dass, wenn ihre Entfernung von einander nicht sehr be-deutend war, sich der Venusmond auf der Sonne zeigte. Vieleaufmerksame Beobachter mögen denselben gesehen haben, ohneihn für etwas anderes als für einen Sonnenflecken zu halten. Oftberichtete man von kleinen runden Flecken, die planetenähnlich sicheinige Zeit auf der Sonnenscheibe zeigten und dann verschwanden.Die in den bekanntesten Werken sich hierüber befindlichen Mit-theilungen solcher Erscheinungen mit annähernden Zeitangabenhabe ich untersucht, doch fand sich unter denselben keine einzige,die mit einiger Wahrscheinlichkeit für den Venusmond gehaltenwerden könnte.

5. Die Beleuchtung der Nachtseite der Venus

oder

das secundäre Licht derselben.

Schon im Mittelalter beobachteten verschiedene Astronomendie bekannte Erscheinung, dass unser Mond einige Tage vor odernach dem Neumonde, wenn er uns am Himmel in der Gestalteiner schmalen Sichel erscheint, uns seine bisweilen schwach er-