148 BELEUCHTUNG DER NACHTSEITE DER VENUS.
durch ein mattes aschgrünliches Licht gegen den dunkeln Him- ,j UI
melsgrund deutlich auszeichnete. Dabei fand jedoch der Unter- we j
schied statt, dass die erleuchtete Sichel des Planeten viel grösser g er
gegen die dunkele Scheibe war, als dies beim Monde der Fall zu so p
sein pflegt; eine Erscheinung, welche nach optischen Gründen j,j 0
sehr leicht zu erklären ist. Xäi
1806 den 28. Februar Abends 6 k 12', sagt derselbe Beob- w i eachter: Bei noch nicht geendigter Dämmerung und klarer Luft sahich mit dem erwähnten Teleskope die dunkele Venuskugel aber- V01mals ungezweifelt gewiss. Diesmal erschien jedoch der hellere 21
Theil nicht so sehr viel grösser, als der dunkele, unstreitig des- j) ehalb, weil die Beobachtung am 24. Januar bei völliger Dunkelheit, c ] esdie heutige aber bei noch nicht geendigter Dämmerung angestelltward, und überdem die helle Venussichel jetzt schon viel schmäler j nwar, als damals. m p
Sie zeigte sich diesmal in mattem, rothgraulichem Lichte, wie 4 e]der Mond bei totalen Verdunkelungen. Uebrigens war die Er-scheinung ungemein deutlich, und besonders der Rand der veiPlanetenscheibe äusserst scharf begränzt. die
1806 den 1. März, da der vorige Beobachter noch währendder Dämmerung die Venus beobachtete, und zwar nur mit demfünffüssigen Reflector, erblickte er sofort damit die Nachtseite der-selben in voller Deutlichkeit und der zehnfüssige Reflector bestätigtevollkommen diese Wahrnehmung. Noch nie sah er dies so deut-lich als jetzt; die Umrisse waren äusserst scharf begränzt undzeichneten sich gegen die dunklere Bläue des Himmels so starkaus, dass auch der hinzugekommene Optikus Gotthard sie aufden ersten Blick erkannte.
1806 den 14. Februar Abends 7 Uhr erblickte Schröter in sei
Lilienthal die Venus in einer Höhe von 10°, die Luft war in Gäh- au
rung. Dessenungeachtet erschien sie aber mit 150 maliger Ver-grösserung unter voller Oeffnung des vorzüglichen löfüssigen Re-flectors, in ihrer sichelförmigen Gestalt ungemein deutlich,scharf und schön begränzt, beide Hörner liefen fein regulär undspitzig ab.
„Ohne dass ich aber“, sagt Schröter, „weiter an etwas dachte,fiel mir, nach so sehr vielen, in meinen aphroditographischenFragmenten angeführten und zum Theil mit dem 27 Rissigen Re- 1flector unter 20 zölliger Oeffnung geschehenen Beobachtungen der " 1sichelförmigen Gestalten und atmosphärischen Dämmerung der ~Venus zum ersten Male die ganze nicht von der Sonne erleuchtete in]
übrige Kugel, in ihrer nächtlichen Gestalt, in äusserst mattem 23