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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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149
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BELEUCHTUNG DER NACHTSEITE DER VENUS. 149

dunkeln Lichte ins Gesicht. Täuschung war es indessen nicht,weil ich sie gegen das starke Licht der erleuchteten Tagesseitegerade eben so merklich kleiner als deren Umkreis erblickte, wiesolches mit unbewaffnetem Auge bei dem sichelförmig erleuchtetenMonde der Fall ist, und weil ich diese leicht erklärbare optischeTäuschung nicht wegbringen konnte, ich mochte es mir vorstellenwie ich wollte.

1825 den 8. Juni, Morgens 4 Uhr, ward dieselbe Erscheinungvon Dr. Gruithuisen in München gesehen, dieselbe ereignete sich21 Tage nach der untern Conjunction der Venus mit der Sonne.Der Planet war vor 3 Uhr Morgens aufgegangen und die Höhedesselben über dem Horizonte konnte nicht bedeutend sein.

1865 den 20. April nahm Dr. Engelmann diese Erscheinungin Leipzig wahr, der Farbenton war graugrünlich im Vergleichmit dem Himmelsgrunde, die untere Conjunction des Planeten mitder Sonne ereignete sich 19 Tage später*).

Der Farbenton des Phänomens wird von den Beobachtern soverschieden angegeben, dass es im Interesse der Wissenschaft ist,die verschiedenen Bezeichnungen desselben hier mitzutheilen:

Biccioli . . . bläulich grün,

Hardwig . . . aschgraulich,

... rothgraulich,

Schröter . . . matt dunkel,

Engelmann . . graugrünlich,

v. Hahn . . . grau ins Bräunliche.

Nach diesen Beschreibungen zu urtheilen sah ein und der-selbe Beobachter die Nachtseite der Venus in verschiedenen Tagenauch in einem andern Lichte.

b. Ganze Nachtseite während einer Sonnen-finsterniss sichtbar.

Eine schätzbare Mittheilung hierüber verdanken wir HerrnProfessor A. Winnecke in den Astronomischen NachrichtenNr. 920, S. 119, in denen die hierher gehörende Stelle folgende ist:

*) Nach einer gütigen Mittheilung des Herrn Dr. Klein befinden sichim (io.) gegenwärtigen Jahrgange derGaea Heft 3, S. 154 bis 171 bereits23 Beobachtungen der sichtbaren Nachtseite der Venus.