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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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153
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BELEUCHTUNG DER NACHTSEITE DER VENUS. 153

1793 den 21. Mai 8 h 30' Abends, beobachtete er ebenfalls einsolches Licht, doch glimmte es an der nördlichen Hörnerspitze, diehelle Nachtseite der Venus erschien in dämmerndem Lichte.

1794 den 23. December, vor dem Untergange der Sonne, wardie Venus sehr schmal erleuchtet, doch hatte sie ein reines Bildund Schröter sah an beiden Hörnern ein ungefähr gleichlanges,sphärisches um und über den Halbkreis in die Nachtseite greifen-des, augenfällig matteres, dämmerndes Licht, welches in sich selbstebenfalls matter abfiel und sich in der Farbe unserer hell däm-mernden Luft verlor.

1806 den 18. Januar erschien die Nachtseite der Venus ziem-lich scharf und an einigen Stellen wie fein ausgezackt; aber von derLichtgränze bis 2 / 3 der Phase hinein sah Huth in Frankfurt a. d. 0.ein mattes, schwächeres gräulichtes Licht, welches binnen einerStunde zunahm und sich um 5 h 30' Abends bis auf 3 / 4 der Phasean der Nachtgrenze erstreckte, so dass nur noch ein heller Ringvon y 4 der Breite der Phase am Rande blieb. Dabei war das süd-liche Plorn, das um 4 Uhr spitz war, abgerundet und stumpf, dahin-gegen das nördliche spitz blieb, wie vorhin.

d. Ungleiche Helligkeit der beiden Hörnerder Venus.

1806 den 16. Mai erschien Venus über y 3 beleuchtet, dieNachtgrenze ziemlich scharf, doch ein wenig schattirt; das nörd-liche Horn ein wenig krummer als das südliche. Auffallend war,dass in der südlichen Hälfte eine beträchtlich grössere Helligkeitherrschte als in der nördlichen, so dass jene röthliches Sonnenlicht,dieses, nach Huths Beobachtungen, mattes weissliches Mondlichtzu haben schien.

1806 den 26. Mai war an diesem Tage die Venus hell er-leuchtet, die Nachtgrenze verwaschen, der Rand sehr scharf, diesüdliche Hälfte heller und feuriger als die nördliche. Der Beob-achter Huth sagt ferner:Was mir sonst nie aufgefallen war,bemerkte ich jetzt, denn die nördliche Hälfte war flacher ge-krümmt als die südliche, just in der Mitte. Sollte dieses einewirkliche Abplattung der Venus gewesen sein und hier ihr Nord-pol liegen? Beide Hörner traten doch ein wenig vor, aber dassüdliche abgerundet, das nördliche spitz.

Die sämmtlichen eben angeführten Beobachtungen beweisenhinlänglich, dass die Wahrnehmung des secundären Lichtes an