Buch 
Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
Entstehung
JPEG-Download
 

X.

Schluss.

Vorstehende Untersuchungen über den Trabanten der Venusdeuten aus den verschiedenen mitgetheilten Erscheinungen, dieman nicht ohne Anwendung einiger Voraussetzungen sich erklärenkonnte, unleugbar darauf hin, dass sie alle einem und demselbenWeltkörper angehören, dessen Existenz bis jetzt in Zweifel ge-zogen wird. Nur die Annahme des Vorhandenseins eines solchenbietet eine genügende Erklärung derselben, denn ist um Venuskein Mond vorhanden, so sind auch jene Erscheinungen für unsnur als Zufälligkeiten zu betrachten. Doch stehen sie aber auchunter sich in Verbindung und lassen sich die eine aus der andernherleiten. Wird aber auf diese Art die Existenz eines Begleitersder Venus bewiesen, so kann man dennoch dagegen antworten,dass man denselben nicht sieht und auch seit länger als hundertJahren hat man denselben nicht beobachtet. Wir wiederholen hiernoch einmal die Meinung zweier grossen und verdienstvollen Ge-lehrten, Cassini und Lambert, hierüber. Der erste Sagte:Derneu entdeckte Mond der Venus wirft selten genug Licht zurück,um gesehen zu werden. Der andere macht hierzu die Be-merkung:Man sieht auch in der That keine Nothwendigkeitein, warum alle Planeten und Satelliten glänzend helle sein oderbeständig mit vollem Lichte leuchten müssten. Giebt es doch Fix-sterne, die nur zuweilen sichtbar sind.

Diese Meinungen haben auch in der neuesten Zeit ihre Be-stätigung gefunden, denn durch Peters vorhin erwähnter Unter-