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Die Lehre vom Gyps als einem vorzüglich guten Dung zu allen Erd-Gewächsen auf Aeckern und Wiesen, Hopfen- und Weinbergen / beschrieben von Johann Friderich Mayer
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22
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Es kan ſeyn, daß ein Stein vor dem andern mehr Salz, der an-dere mehr Erde, der dritte mehr Hehl hat, ich kan aber eben daher muth-maſſen, daß der eine zu dem, der andere zu einem andern, der dritte zueinem dritten Gewaͤchſe mehr ſchicklich, nuͤtzlich und dungreicher ſeyn moͤg.te, wie dann die Erfahrung erweiſet, daß eben der Gyps-⸗Slein keinGraß ſoshaͤufig/ hoch und ſafftig herfuͤr treibt, als den Klee.

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Ich beſchließe meine Abhandlung mit dem nicht unrichtigen Gedan.cken; wann der Gyps alſo die Dungungs Sorten ungemein ſtarck ver-mehret, ſo iſt der Acker und die Wieſe durch ihn geſeegnet, durch dieMenge des vortrefflichſten Klee. Futters iſt der Viehſtand erweitert, derAcker wird reicher gedungt, der Getraidebau nimmt zu, mit ihme waͤchſtdie Bevoͤlckerung der Staaten, die Fabrique und Manufactur beſtehet,der Abſatz der Waaren wird durch ihn wohlfeiler erfolgen und erweitert/der Regent und der Unterthan werden begluͤckter, und meine Eutdeckungwird ſich empfehlen.

Werden alſo, auf gemachte Proben, die Erfolge den Landmann be-reichern, wie ich unter goͤttlichem Seegen, den ich ihme von Herzen auch

anwuͤnſche, verhoffe, ſo ſchaͤtze ich mich glücklich, daß ich der erſte geweſen/der dieſe Erfindung dem Druck uͤberließ.

Kupferzell, den 21. Aug.1768. 5

Der Author.

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