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so wie auch die damit in Verbindung stehende sehr große Aufdänunung größtcntheils hinweg. Die drei Pfeiler auf derrechten Seite der Brucke wurden auf eichene Pfahlröste, welche durch eine Spundwand von 16* Tiefe vor Unterwaschunggesichert wurden, gelegt, während Herr Lelewel bloß tannene Pfähle ohne Spundwand vorschlug; die beiden Widerlagerkonnten, so wie der linke Pfeiler auf Felsen gegründet werden. Die Dicke der Widerlager wurde trotz ihrer namhaftenHohe zu 20* für genügend erachtet, da die anlehnenden Stützmauern, welche kreisförmig mit dem Widerlager verbundenwurden, als Strebepfeiler dienten. Das sich in der Schale sammelnde Wasser wurde, so wie dasjenige, welches sichin den Gewölbschenkeln zusammenzog, mittelst kupferner Rohre durch den Bau abgeführt. Der Bau hätte durchHerrn Müller als Oberingenieur des Kantons Bern ausgeführt werden sollen; da er aber bei der damaligen politischenAufregung von seinem Heimatkanton Uri in seiner Eigenschaft als Militär nach Hause gerufen wurde, so leistete erauf seine Anstellung, so wie auf die Ausführung des Baues Verzicht, weßhalb das Werk dem Herrn IngenieurGatschet übergeben wurde, welcher es nach seinen Plänen (siehe drittes Projekt) ausführen läßt.

Die Brücke erhielt nach diesem Projekt die von Herrn Müller angenommene Höhe von 102h und besteht aus dreihalbkreisförmigen Bogen von 83* Licht, welche auf 49* hohen und 16* dicken Pfeilern stehen. Auf beiden Seiten werdenaußerhalb der Widerlager zur Verbindung der Thalfläche 9* breite Wege angebracht. Den Gewölben wird am Anfang derBogen eine Dicke von 8*, am Schlüsse eine solche von 6* ertheilt. Die Ausführung dieses Baues wurde Herrn IngenieurColombara um die Summe von 418,000 Schweizerfrankcn übergeben. Diese Summe muß jedoch namhaft überschrittenwerden, wenn man bei dem Bau den harten Stein nicht zum Nachtheil der Brücke allzu sparsam in Anwendung bringenwill. Bei der Ausführung dieses Werkes ereignete sich im Lauf dieses Sommers ein furchtbares Unglück, indemdurch den Zusammensturz des Bahn- und Lehrgerüstes eine Menge Arbeiter theils erschlagen, theils fürchterlich verstümmeltwurden. Bei 20 Arbeiter blieben theils todt auf dem Platze, theils starben sie in Folge der erhaltenen Wunden.

Der Unternehmer der Nydeckbrücke gründete sein Projekt auf sehr genaue Sondirungen, die er an denjenigenStellen vornehmen ließ , wo er die Mittelpfeiler anzubringen vorschlug. Nachdem nun aber der Bau nach einem ganzandern Plane ausgeführt, und die Mittelpfeiler an andere als die von Herrn Müller sondirten Plätze gestellt wurden,soll man sich dessen ungeachtet gewaltig verwundert haben, daß die an ganz andern Stellen vorgenommenen Sondirungennicht genau auf diejenigen Orte paßten, wo man diese Pfeiler nachmals anzubringen für gut fand.

Um die drei Entwürfe auch vom ökonomischen Gesichtspunkte beurtheilen zu können, wollen wir noch die Massedes Mauerwerks angeben, welche jedes dieser Projekte nach sehr genauen Vorausmaßen erforderte:

nach Letcwet:92" hoch

Mauerwerk von Kalkstein oder Granitquadern Kubikfuß 67,692Mauerwerk von Sandstcinquadern oder Bruchstein 666,103

nach Müll er:102" hoch103,890455,593559,483

nach Gatschct:102" hoch

43,399

722,459

765,858

733,795

Herr Müller verwendete bei seinem Projekt, sowohl zur Bekleidung der Pfeiler als auch zu den Stirnen dersämmtlichen Bogen ausschließlich den harten Oberländer Kalkstein, indem er dafür hielt, daß hiedurch der Bau vielsolider und dauerhafter werde. Würde er dazu, wie die andern Herren Ingenieurs, den mehr als dreimal wohlfeilemSandstein in Anwendung gebracht haben, so hätte natürlich die Ausführung seines Projekts bei der viel geringernMasse von Mauerwerk weniger gekostet als jedes der beiden andern.

Wäre unter allseitiger Mitwirkung beim untern Thor das schöne Projekt von Herrn Mosca, sammt den damitin Verbindung stehenden Straßenkorrektionen zu Stande gekommen, so wären die Kosten für die Tiefenaubrückeweggefallen, und mit geringern Unkosten hätte Bern eine der prachtvollsten Brücken und den herrlichsten Eingang indie Stadt erhalten. Allein die obwaltenden Zcitumstäude ließen ein Monument, welches von der Harmonie und derrücksichtslosen, keine kleinlichten Verhältnisse kennenden Größe der Behörden Berns Zeugniß ablegen sollte, nicht zu

Stande kommen.

IV. Abschnitt.

Unmittelbare Einleitungen zum Ban der Nydeckbrücke. - Baumaterialien.

Sobald die Direktion für die Erbauung der Nydeckbrücke aus den thätigsten Mitgliedern der Aktiengesellschaftgewählt war, suchte sie sofort die Einleitungen zum Bau zu treffe». Vorerst wählte sie sich in der Person des Herrnv. Tschann-Zeerleder einen eben so geschickten als thätigen Sekretär und Kassier, der die Interessen der Gesellschaft inmannigfacher Beziehung, besonders aber bei Erwerbung der zum Bau erforderlichen Häuser rc. bestens wahrte, undnebstbei zur Förderung des Unternehmens Vieles beitrug. Gleichzeitig befaßte sich Herr Osterricth, Vater, mit einervergleichenden Kostenberechnung des Brückenbaues, und theilte der Direktion, deren Mitglied er war, folgendesErgebniß mit:

Im Fall die Aare auf der gewählten Linie und bestimmten Höhe mit einem einzigen Bogen von 160*Licht übersetzt werden will: