Indem er nun in feiner Stlldierstube damit beschäftiget wäre, so hat-te er gehoffet sich einen Nahmen zu machen und in Paris hervor zu thun,vermittelst eines anfthnlichen Gebäudes; allein er sahe leichtem, daß solange er unter dem Herrn Mansart arbeitete, ersieh keine Gedanken dar-auf machen könnte. Er bekäme also einen Überdruß an seiner gegenwär-tigen Stelle und liesse sich nicht lange nöthigen/ den Vorschlag den manihm thäte nach lVlompeüiei- zu gehen, anzunehmen. Diese Stadt hattesich vorgenommen Ludwig X!V. eme prächtige Ehren-Pforte wie einenTriumph-Bogen aufrichten zu lassen, (a) Herr vorbay hatte den Rißdazu gegeben, der grossen Beyfall erlanget hat; und es fehlte nur an ei-nem geschikten Manne um denselben auszuführen. Die Wahl fiele aufunsren ä'^viler, er reiscte also ab im Jahr 1691. und das folgende Jahrsahe man diesen Triumph-Bogen völlig fertig zum Vergnügen oer ganzenProvinz. Der Herr lle Las ville, welcher damals Imeimanc in I^anANLäoewäre, konnte unsrem Baumeister seine Hochachtung nicht entziehen, erwußte seine Verdienste und machte fich ein Vergnügen ihn in Aufnahmezu bringen, und ihm allerley Gelegenheiten seine Geschiklichkeit sehen zulassen, zu verschafen. Ich will hier die verschiedene Gebäude, welche erjn l-2N§uc6oL, besonders aber zu Lex,er?, (larcallöns, XUsmes-, Mont-pellier und louloule aufführte, woerdemHerrn Colbert) Erzbisthofdieser Stadt, seinen Pallast, den dieser Prälat anfänglich nur ausbessernzulassen im Sinne hatte, bauete, nicht besonders benennen. Genug: erwürde diese Provinz noch mit vielen beträchtlichen Ehren Andenken ver-sehen haben, wovon er schon seine Gedanken entworfen hatte, wo nicht dieFinanzen durch den damals in voller Flamme stehenden Krieg erschöpftgewesen waren. Alles vereinigte sich gleichsam seiner Geschiklichkeit dasgebührende Lob beyzulegen, daher auch die Staaten von l.gnoueeloL sichentschlossen, zu Anfang des Jahres 169?. ihm den Titel eines Baumeistersder Provinz zu schöpfen und beyzulegen. Ihre Absicht wäre / ihn dadurchimmer in l^n§lie6oczu erhalten,welches ihnen auch glätte. Dann da sichä'H vikerhier hochgeachtet sahe, so liesse er sich auch haußlich nieder und ver-heyrathcte sich in Montpellier. Kaum aber hat er angefangen, die Früchteseiner Arbeiten zu genießen, so starbe er im Jahr 1702. in der besten Blü-thefcmes Alters, da er nicht mehr als 47. Jahre alt geworden wäre.
Von
r«) Sie heißt die Pforte von ?erou. Es ist ein grosser Triumph Dogen, der nur einen einigenBogen Hot ohne Sanier, und Pfeiler. Ein grosses dorisches Gebälke von einer schönen Pro-Portion, vmckt die Krönung aus, und ist ausser dem gezieret mit vier Figuren vmr halb erhabe-nem SchnrrMrk, welche von dem Herrn Phrlipp Berttarid Dildhamr der Academie gemachtworden. D«c auf der Stadtseite stellen die Jerstöhrnng der K'ezerey und die Dcre nigungzweyer Meer e vor: Die zwey andere aber aus der Lm-dleite zielen aus Frankreichs Siege.