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Anhang zu der ausführlichen Anleitung der ganzen Civil-Baukunst des J. Bar. de Vignola / welche von dem Sr. A. C. Daviler ... herausgegeben worden, welcher die Vermehrungen an Kupfern sowohl als der Erklärung derselben, die in der neuesten französischen Ausgabe dieses Buches angetrofen werden, enthält; aus dem Französischen übersezt
Entstehung
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Wiedie Grundrisse aufdie neue Manier abzutheilen-

(Zu p. roo. der deutschen Urbersezung.

Das Gebäude aufder 9. IO. und l t. Kupferplatte ist zu Paris in der Strasseä'Lnter. nahe am Carthäuser-Kloster aufgeführet worden, ob es gleich nicht so be-trächtlich ist als andere, von welchen wir schon geredet haben, so faßt es doch vieleWohnungen und Bequemlichkeiten in sich, besonders, seitdem man neue Ver-mehrungen darinnen vorgenommen hat. Denn diefts Gebäude, welches nur i<5.Ruthen hielte, an der Garten-Seite, als es der Herr le Llonä aufführen liesse,wie man aus den Kupferplatten sehen karr, die in den vorhergehenden Auflagendieser Anleitung zur Baukunst waren , hält jezo wirklich 27 Ruthen. Daher istauch die Anzahl der Abtheilungen beynahe gedoppelt.,. und man findet daselbst zweyabgesonderte Neben-Höfe, von welchen der eilte zur linken einen sehr bequemenAuegang auf die Strasse hat. Dieses Gebäude ist überflüssig versehen mit Schop-pen und Ställen, allein es scheinet, daß man bey einer Verbesserung desselben auchdaran hatte dencken sollen, die Küchen mit einem Beljältnisi zum allgemeinen Ge-brauch der Bedienten und andern dergleichen Abtheilungen, die in einem Hausevoll solcher Wichtigkeit nöthig sind, zu versehen, h Die Winckel des Haupt-HofeSaufder Seite der Strasse sind gebrochen, welcheLsehr schön ausgehet, und wobeyman zu gleicher Zeit Plaz zu der Wohnung des Thhrwarts gewonnen hat. Die-ser Hofift voll den Neben-Höfen nur durch eine Manev von ungefähr 12 Schuh inder Höhe abgesondert.. In der Mitte ist sie offen, damit man in die Neben-Höfekommen könne. Der Neben-Hofzu der rechten, ist rund angelegt, und machtein sehr schönes Ansehen. Die vornehmste Hauptwohnung ist in zwey grosse Zim-mer eingetheilet, welche das Boden-Geschoß einnehmen ansder Garten-Seite, undin ein kleines Zimmer für die Winter-Wohnung, welches in den Hof gehet. EbenDieses findet man auch in dem andern Geschoß, welches auf eben diese Weise einge-richtet worden, und das Stokwerk des gebrochenen Daches enthält noch verschie-dene Zimmer, welche durch einen bedeckten Gang, der so lang ist als das Gebäudeselbst und an beyden Enden sein Licht erhält, abgesondert werden.

Die Auszierung der Faeiaten dieses Gebäudes ist ganz schlecht, besonders aufder Hof-Seite, wo alle Zierrathen in einem Baleon auf Kragsteinen bestehen, wel-cher über dem Thor des Vorhauses befindlich ist, und die Mitte des Gebäudes vondieser Seite her ausmachet. Das mittlere Gebäude, welches höher ist als die bey-de Neben-Seiten, hat etwas prächtiges. Ein grosser Altan nimmt die ganze Lan-ge davon ein, welche 9 Fenster hat. Die Mauren sind bis zu der Höhe des an-dern Hauptgeschosses ansehnlich gemacht durch ausgefezte Steine, die Fenster des-selben aber find in Bogen. Je mehr die Theile sich der Mitte zu nähern, je mehrfind sie auch verzieret. Dieser ganze Theil der Faeiate endigt sich mit einem Auf,saz, aufwelchem ein Gebäude ist, welches gegen dem Giebel, der in der Mittestehet, verlohren zugehet. Der Altan, welcher dieser Faeiate gleichsam zumGrund dienet, trägt nicht wenig dazu bey, ihr ein schönes Ansehen zu geben. Er

führet