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nien, so hat man denselben angewendet, um noch zwey Aufrisse von Querrah-men aufdieser Platte anzubringen. Diese vier leztere Krönungen der Lamme lindin Pariß gewachst worden nach der Zeichnung des Herrn kwesu, Kupferstechers,welcher bey dem Czar gewesen, und vor einigen Jahren wieder zurück gekommenist. Man hat schon bemerkt, daß es sehr gewöhnlich ist, alle Verzierungen zuvergolden, allein, wenn es schön stehen soll, so muß es, wie es sich gebühret,matt und glänz vergoldet werden. So vollkommen und ausgesucht das Schniz-werk ist, so wird es doch niemals schön und leicht aussehen, wo nicht der, soes vergoldet, nach einem starken aufgetragenen weißen Grund sich bemühet,alle Winkel der Verzierung genau zu durchsuchen.
Nachdem wir hier Aufrisse von Lammen allerley Art vorgebracht haben, somüssen wir noch von denen reden, welche sich in die erste Vorzimmer schicken.Oefters begnüget man sich daran, daß man über die Einfassung die Tapeten gehenlässet, weil die Spiegel an solchen Orten, wo die Bediente oder schlechte Leutesich aufhalten, sich am wenigsten schicken: indessen zieret man sie doch zuweilen miteinem Gemählde, in einer hölzernen Rahmen, das auf einem Aufsatz ruhet, inder Höhe von sechs Schuhen, die Höhe der Einfassung mit eingeschlossen. Mangiebt auch dem Heerd eine grössere Oefnung als bey den andern Lammen, weilbeu diesen sich mehrere Persohnen warmen müssen, und das Feuer, welches manin diesen ersten Zimmern brennet, die kalte Luft erwärmen und hindern soll in dieübrige Zimmer, wo der Herr sich aufhält, einzudringen.
Die Röste oder Fenerböcke, welche man aufden Heerd der Lamme stellt, umdas Holz darauf ordentlich legen und geschwinder anzünden zu können, sind auchnoch Zierrathen, welche viel zu der Schönheit der Lamme beytragen. Manmacht zuweilen sehr prächtige, mit Schnitzwerck von vergoldetem Metall. Mankau sie aber mit grösserem Recht für ein Hausgeräthe, als für Dinge, die zu derBaukunst gehören, ansehen. Eben dieses kan man auch von den Feuer-Gittern,die man heut zu Tage braucht, sagen. Man stellet sie vor die Lamme, damitdie glüende Brande nicht herabfallen können.
Die vornehmste Absicht beyden Lammen ist, daß man Feuer darinnen ma-chen möge, und man würde zu beklagen seyn, wenn man sie nicht gebrauchen tön-te , nachdem man auf ihre Auszierung alles aufgewendet. Denn es ist nichts sel-tenes, daß der Rauch von denselben solche Zimmer zu bewohnen unmöglich machet.Diese Unbequemlichkeit kommt öfters von einem schlechten Schorstein, oder vonder Beschaffenheit der Lamme selbst her. Oft ist eine Thüre oder ein verändertesFenster die Ursache, welche den Rauch bringt oder vertreibet: fast allezeit aberdarf man dieses dem Schorstein zuschreiben, welcher über das Dach hinaus gehet;man kan daher niemals genug aufmercham seyn, wenn man dieser verdrüßiichenSache abhelfen will.
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