Buch 
Anhang zu der ausführlichen Anleitung der ganzen Civil-Baukunst des J. Bar. de Vignola / welche von dem Sr. A. C. Daviler ... herausgegeben worden, welcher die Vermehrungen an Kupfern sowohl als der Erklärung derselben, die in der neuesten französischen Ausgabe dieses Buches angetrofen werden, enthält; aus dem Französischen übersezt
Entstehung
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mair hierfindet, sind in verschiedenen beträchtliche,, Palläften zu Paris bereits aus-geführet, und haben ein allgemeines Lob erhalten.

Weil die Vvrhänser fast allezeit ganz offen und dazu bestimmt stnd, daß mandadurch zu vielen Zimmer,, kommen soll, so werden sie niemals bewohnet. Esschilt sichdahero auch nicht sie anders als mit Mauer oder Steinarbeit auszuzie-ren, und man kan sich nicht genug fürschen, alle die Zierrathen wegzulassen, wo-durch die so edle Einfalt, die hier der füruehmste Reichthum seyn muß, vertriebenwürde. Nach dieser, Grundsäzen ist das Vorhaus eingerichtet, wovon man hierden Aufris vorgestellet in der «6ten Kupftrplatte. Die völlige Weite desselben istungefähr 27 Schuh und die Höhe betragt siebe,izehen. Die Seite, welche in dieAugen fällt, ist diejenige, welche der Treppe gegenüber stehen solle. Seine Aus-zierurig besteht in der Dorischen Pfeiler-Ordnung, welche rings herum gehen ,und auf Grundsteinen aufgerichtet sind. Sie haben Kranze mit einer Ausschwei-fung , welche bis an eine Rahm auf der Deke hinreichen, damit es höher scheinenmöge als es ist. Zwey von diesen Pfeilern Haber, in der Mitte eine sehr schöne Bil-der-Blint, in welcher eine Figur auf einem Fußgestelle, welches sie höher unddem Anblik angenehmer vorstellet, stehet. Auf jeder Seite sind zwey Thüren ,welche in die Zimmer führen. Ihre Krönung ist nur eine einfache Tafel, in de-ren Mitte ein Kragstein ist, und Liefe siehet sehr gut aus, sowol als die Einfassungnach Art einer Handhabe, welche jede Thüre einschließet. Man hat dadurch dieThür-Verkleidungen von Holze, welche sich unter einem Kämpfer öftren, verän-dert : das Feld darüber ist rund und blind. Es verdienet hier angemerket zu wer-den , daß man dre Oefmmgen dieser Thüren auf der Seite des Vorhauses höher ge-macht hat, als inwendig in dem Zimmer, um ihnen mehr Annehmlichkeit zu ver-schaffen.

Von dem Vorhaus kommt man natürlicher Weise in das erste Vorzimmer,wo man gemeiniglich über das Täselwerk der Brnstlehne Tapeten hängen siehet.Was aber das zweyte Vorzimmer, welches auch zu Gesellschaften dienet, betrift,so pflegt man es besser auszuzieren, wie man davon ein Beyspiel in der 17 Kupfer-platte findet. Diese Zusammenseznug von Tafelwerk ist von feinem Geschmak,und stellt die Seite vor, die den Creuzstöken oder dem Camin eines andern Vor-zimmers gegenüber stehet. Die Thüre, durch welche man hinein kommt, stehetin der Mitte, welches Gelegenheit gegeben hat, die zwey Theile des Täfelwerks,die auf jeder Seite sind, in eine Symmetrie zu bringen, und sie gleich zu machen.Jedes Feld wird untcrstüzt durch zwey Pfeiler, welche ganz hinauf reichen, dahingegen die Felder gekrönet sind durch Mahlereyen, welches mit dem Feld, dasüber der Thüre ist, sehr schön ausstehet. Man hat auch auf eben dieser Kupfer-platte den Grundriß dieses Tafelwerks beygefüget, welches man in den vier Win-.keln der Kammer leicht rund machen kan, weil man dieses jezo sucht, seitdem maneingesehen hüt, daß diese Winkel unnüzlich sind, weil man kern Geräthe hineinstellen kan.