Buch 
Anhang zu der ausführlichen Anleitung der ganzen Civil-Baukunst des J. Bar. de Vignola / welche von dem Sr. A. C. Daviler ... herausgegeben worden, welcher die Vermehrungen an Kupfern sowohl als der Erklärung derselben, die in der neuesten französischen Ausgabe dieses Buches angetrofen werden, enthält; aus dem Französischen übersezt
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hierauf folget das Schlafzimmer. An diesem Orte befindet man sich am mei-sten , daher muß auch die Auszierung desselben reich seyn, ohne jedoch eine allzugrosse Menge von Zierrathen zu haben. Die > kte Kupferpiarre stellet ein derglei-chen Täfclwerk vor. Man hat die Seite erwählet/ wo der Camrn sich findet, in-dem drejenige, welche gegenüber ist, auf eben diese Weise ansgezieret seyn muß.Die Thüre stehet an derjenigen Seite, die den Fenstern am nächsten ist, und manhat ihr zu ihrer Krönung ein Feld, welches mit Schnitzwerk versehen ist, gegeben,und dieses einer Mahlerey vorgezogen, weil dergleichen schon über dem Caminegefunden wirb. Auf der andern Seite des Camins, die der Thüre entgegen geseztist, siehet man ein grosses Feld mit einem doppelten Rahmen, zwischen zwey Pfei-lern , welche hervor gehen. Dieses Feld hat an beyden ausersten Theilen Verzie-rungen , und die untere richtet sich nach dem Felde des darunter befindlichen Tafel«'Werkes der Brustlehne, welches besonders gut in die Augen fällt. Auf diese Sei-te muß auch das Bette hingestellet werden.

Es geschiehet auch öfters, daß man das Bette in eine Art von KIcove fezet,wie in der i sten Kupferplatte zu sehen. Ausser der Pracht haben dieselbe auch nocheinen besondern Nuzen. Denn es bleibt aufbeyden Seiten noch Plaz genug übrig,um daselbst kleine Laräeroben, oder wenigstens eigene Ausgänge anzubringen ,um zu den andern Oaröeroden kommen zu können/ Man geht hinein durch diezwey Thüren, welche bey dem ^lcove find, und sie bekommen ihr Licht durchGlasfenster, welche hier eben den Dienst thun als das obere Theil der Thüren.Dieser ^lcove ist einer von den schönsten, und man hat die Auszierung dieser zweyThüren verändert, damit man eine Auswahl haben möge.

Die Auszierung des Täfelwerks aufder rosten Kupferplatte, schikt sich nichtweniger für ein Schlafgemach, oder für einen Saal, wo man Gesellschaft hält:Es ist hier die Fenster-Seite vorgestellet. Diese Creuzstöke mit Sizen sind versehenmit ihren Glas-Fenstern und Laden. Da, wo sie sich oben schließen, haben sieetwas besonders: Denn es ist eine Art einer Handhabe, welche sich in der Mitteeinbieget, und sich an eine Muschel anschließet, die das obere Theil eines Kragstei-nes vorstellet, der an der Deke des Einschnittes herumgehet, und sich an denCreuzstok selbst lehnet, welches sehr schön ausstehet. Zwischen beyden Creuzstökenaber ist noch ein Plaz vorhanden, der breit genug ist um einen grossen Spiegel hin-einzusezen, der auf einer Tafel von Marmor ruhet, die auf einem Fuß, nach Arteines Kragsteines von vergoldetem Holz steht. Der Rahmen dieses Spiegels istvon einer neuen Art. Die Palmen, welche hier hervorkommen, verbinden sichmit der Krönung, an welcher die Zeichen der Liebe über den Spiegel herabhangen,und zu der Schönheit des ganzen vieles beytragen. Aufden zwey andern Seitender Creuzstöke in den Winkeln der Kammer, find Pfeiler, welche symmetrisch sindmit andern dergleichen Pfeilern, die auf den andern Seiten des Zimmers ebenfallssich befinden.

Die grosse Cabmette find Zimmer die zum Staat dienen, und fich also vor-

E züglich