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Die trigonometrische Aufnahme eines Landes. Darstellung des dabei in Anwendung kommenden Verfahrens / von L. W. Klemm
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worden sind. Verworfen wird der Plan (vom Präfckten), wenndie großen Entfernungen auf der Karte um '/- Prozent zu großoder zu klein sind. Die Ausspannung der Karte ist,dann un-richtig, und sie muß neu gemacht werden (weil die vomPlan abzunehmenden Dimensionen nicht genau seyn würden).Für die kleinen Entfernungen ist ein Fehler von i Procent er-laubt*). Für die Gegenden, wo die Oertlichkeit wegen der Ge-birge und Waldungen das Messen sehr erschwert, ist eine etwasgrößere Fehlergrenze gestattet, doch darf diese nie bis auf einProcent für die großen Linien, und bis auf zwei Procent fürdie kleinen gehen. Diese größere Fehlergrenze kann der Präfekterlauben, wenn der InZsnieur-vsriLcsteur die Nothwendigkeitderselben gezeigt hat. Ist die Ausspannung eines Planes imGanzen richtig, allein finden sich in einzelnen Theilen Fehlervor, welche die Fehlergrenze überschreiten, so wird der Plan .zwar nicht verworfen, aber jene müssen verbessert werden. Füreine wiederholte Verifikation in Folge der Verwerfung des Plansoder theilweiser neuen Aufnahme darf der Geometer dem In-genieur nichts vergüten, weil dieß bei gehöriger Beaufsichtigunghatte vermieden werden können. Die nachgemessenen Linien ziehtder Ingenieur auf den Karten roth aus.

Der Feldmesser hat bei der Aufnahme der Gemeinde dieFigur jeder Parzelle nach dem verjüngten Maßstabe auf dieKarte gezeichnet. Nach dieser Figur wird nun der Inhalt be-rechnet. Die Berechnung des Flächeninhalts geschieht nicht durchden Feldmesser, sondern auf dem Bureau des Ingenieurs, un-ter dessen Aufsicht, so wie die Gemeindekarten ankommen. Eswerden dabei die Figuren in Dreiecke zerfallt, und die Grund-linien und Höhen mit dem Zirkel abgenommen, wobei man diedazu verfertigten Multiplicationstafeln anwendet. Die Summeder Dreiecke, welche zu einer Figur gehören, gibt sodann denFlächeninhalt derselben. Bei sehr kleinen Parzellen nimmt mandie Länge der Linien nicht vom Papier, weil hierbei zu viel Irr-thum zu besorgen wäre, sondern aus dem Manual, in welchemder Geometer dieselben so angegeben hat, wie er sie auf dem

") Nach der Jnstr. vom Dezbr. >807, Art. ,a. war die Fehlergrenzefür die Längen '/i°o, für den Flächeninhalt '/^ welches letztere namcnt.lich für die immer sehr kleinen Grundflächen der Gebäude gilt.