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bildenden rechtwinkeligen Dreiecke der Winkel bVu größer ist,als KLu, oder so vielmal 0 », die Brennweite des Objectivgla-ses, größer ist als Vu, die Brennweite des Augenglases. DieVergrößerung wird daher gefunden, wenn man die Brennweitedes Objectivglases durch die Brennweite des Ocularglases divi-dirt. Ist z. B. die Brennweite des Objectivglases 24 Zolle unddiejenige des Ocularglases 1 Zoll, so sieht man den Gegenstand24mal vergrößert.
Bei nahergelegenen Gegenständen, von denen keine parallelenStrahlen, sondern Strahlenkegel auf das Objectivglas fallen,entwirft sich das Bild erst hinter dem Brennraum ud, und dasOcularglas 6H muß deßwegen von sd mehr entfernt werden,damit das Bild in den Brennpunkt desselben komme*).
Daß es hierbei allein auf die Größe des Winkels ankommtunter dem die vorher vereinigten Lichtstrahlen, gleichsam auseinandergezogen, wieder in das Auge gelangen, und nicht aufdiejenige des Bildes, erklärt sich aus der ungemein großen Fein-heit der Lichtstrahlen, vermöge der man z. B. durch ein miteiner Nadelspitze durchstochenes Blatt ein ganzes Feld übersieht,so daß durch die Oeffnung Millionen von Strahlen in das Augegelangen, ohne sich zu verwirren.
Da man bei entfernten Signalen, welche von der Seitebeleuchtet werden, die Schattenseite nicht sieht, also ihre Mittenicht erhält, so muß man für die Winkelmeffung eine andere Be-leuchtung oder verschiedene Zeiten wählen.
In Waldgegenden, bei engen, ringsum mit Wald bewach-senen Thälern, kann man in den Fall kommen, das Dreiecknetzfür die Detailaufnahme durch das Stationiren von Wegen,Thalschluchten rc. fortsetzen zu müssen, **) indem die gebrochenengeraden Linien auf ähnliche, nur einfachere Weise wie bei derBasismessung, mit Meßlatten unmittelbar gemessen und dieWinkel an jedem Stationspunkte für die Berechnung der Coor-
°>) Der Grund, warum der auf die Mitte des Glases fallende Hauptstrahlungebrochen durchgeht, liegt in dem Parallelismus der beiden Stellendes Glases. Im Bild liegt der höchste Punkt des Gegenstandes im-mer am tiefsten unterhalb der optischen Achse des Fernrohres.
Dieß geschah z. B. bei der Württcmbergischen Vermessung in einigenThälern des Schwarzwaldcs.