84
Wen» einmal der Directionswinkel einer Dreiecksseite an einemPunkte gegeben ist, so lassen sich die der übrigen in solchemsich vereinigenden Dreiecksseiten durch Addition oder Sub-traktion der gemessenen Winkel finden. Durch diese Einrichtungbilden sich endlich rechtwinklige Dreiecke, die aus einer bekann-ten Dreiecksscite, dem Directionswinkel und einem rechten Win-kel bestehen, deren Catheten daher leicht zu berechnen sind.
Die Coordinaten werden nach ihrer Lage, zur Abkürzungmit -ss- und — bezeichnet.
Nach der Württembergischen Vermessungsinstruction sinddie Abscissen mit -s- von Süd gegen Nord,
- - - mit — von Nord gegen Süd,die Ordinate« mit -j- von West nach Ost,
- - - mit — von Ost nach West
gelegen, woraus sich die Bezeichnung der Meßtischblätter beimAuftragen der Punkte von selbst ergibt.
2) Verfahren bei ebenen Dreiecken.Berechnung Ler Directionswinkel.
Die Figur n. zeigt einen Theil des Hauptdreiecknetzes derWürttembergischen Landesvermessung, di 8 ist der durch dieTübinger Sternwarte gehende Meridian; 0 der durch den-selben gezogene Perpendikel. Die Coordinaten des Normal-punkts 1 sind ---0; 8 l, ist die zwischen Svlitude und Lud-wigsburg gemessene Basis — 46502' aufweiche das Dreiecknetz ge-gründet wurde. Die Directionswinkel werde», von Ost anfangend,über Nord gezahlt. Der Azimuthalwinkel der an der Sternwarte Iendenden Dreiecksseite r L oder der Winkel k r 8 wurde durchMessung ---- 10° 47" , 5 " 7 gefunden *). Werden hierzu vomNormalpunkt O über Nord drei rechte Winkel oder 270° gerech-net, so erhält man den Directionswinkel der Seiter k oder t. ork — 280° 47' , 5 " 7.
») Vergl. oben Abschn. II. „Azimuthalwinkel." Dort ist der AzimuthabWinkel für die geographische Berechnungen-, von Nord über Ost ge-rechnet, zu - 69 " ,s' 44 " 3 angegeben. Zieht man solchen von S koder von 45o° ab, so erhält man den vom Ostpunkt aus gerechnetenDirectionswinkel des Dreiecknetzes.