Band 
Volumen primum.
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395
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in annum MDXCVIII.

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selber freyer wil fürhanden, Wölche neben der Natur würcken, vnd auchzu täglich fürlauffenden feilen krefftig seind, aber von keiner Creatur, son-der allein von Gott vorgesehen werden khönden. Dann obwol der menschenwill mehrer theils per accidens an die Natur, alle Geister aber an Gottesverhengnuss gebunden, vnd Gott ob der Natur haltet: jedoch ist solche Ver-bindung general vnd gehet in specie die einzele geschieht aulf erden (aus-genommen Gottes fürsehung) nichts an: auch geths nicht alweg also derOrdnung nach: sondern es schafft vnd verhengt Gott vnd regiert in derMenschen hertzen wie er wil, verhindert auch vnderweilen (wiewol meineserachtens nicht offt) durch ein wunderwerckh die Himlische würckungenselbsten, das etwas wider alle natur entsteht, vnd von keiner Creatur mehrkan fürgesehen werden, dan was sich darneben auss natürlichen vrsachenzutregt. Derwegen dan dis noch bestehet, das in der gantzen Natur keinso gewisse specificirte vorsagung künftiger dinge, als etliche von der Astro-logi erfordern, zu finden, vnd darumb sich auff die Practiken nit zuverlas-sen seye. Demnach aber Gnedig vnd Gebiettunde Herrn, in einem wolbe-stelten regiment nicht alles kan noch sol auff gewin vnd nutzen gerichtwerden, sondern man auch, wass sonsten zu Gottes ehr vnd des Menschenwolgefallen taugt, vnd den frieden zieret, handhaben muss, vnd dise löb-liche anmuettung, so auss der Astrologia vnd betrachtung Göttlicher in dieNatur eingeführter Ordnung herfliesset, diser einer Er. La. für andere na-tionen sonderlich beliebet, Auch Eur G. vnd II. noch alwegen solche jär-liche Practiken zu besondern Gnaden auffgenommen: Hab Ichs auch auffdissmahl an disem theil meines berueffs nicht erwinden lassen, und gegen-wärtiges mein Viertes Prognosticum E. G. vnd H. in Vnderthänigkeit zu-schreiben, vnd bester hoffnung praesentirn sollen.

Vnd thue mich hiemit Denselben vnterthänig befehlen.

Actum Grätz den 1. Septembris, Anno 97.

E. G. vnd II.

Vnderthäniger Gehorsamer

M. Johannes Keplerus.

Das erste Capitel.

Von der Witterung , Früchten vnd Krankheiten.

Es solte zwar dem Astrologo an der Witterung vorzusagen wenigerfehlen, als in andern puncten: dieweil dieselbige mehrertheils auss der naturvolgt, vnd des Menschen gewalt vnd vnerforschlichem willen am wenigistennicht vnderworffen. Das wir aber auch hierinnen der warheit oft't verfehlen,daran ist zum theil die noch mangelhafte Astronomia vil schuldig. Dissin betrachtung lass Ichs gleich in fürhabendem puncten an den nach lengsim Calender verzeichneten vrtl erwinden. Allein sovil zu vermelden, Dem-nach der Winter nach Weyhnächten mehrer theils warm, windig vnd nass,der Mertz nebelich vnd kalt, der April natürlich, May, Junius vnd Juliushitzig, dampfecht vnd zu erdbidem geneigt, Augustus nebelich vnd melan-cholisch, September nass, October vnd November gelind, December widerum