Band 
Volumen primum.
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Calendarium

kunst so hoch bringen könde. Dan hieneben vnd sonderlich wol zu be-dencken, das solcher verrühmten Practiken, wan wirs recht erwegen, sehrwenig: der mehrer theil aber an jnen selbst nicht also beschaffen, wie sieein ansehen haben, sondern offterraahl ebensobald für war gehalten würden,wan sie gleich in etlichen stuckhen das gegenspill sagten. Vrsach dessenist, dieweil vns menschen alles das Getroffen heisst, was nicht allerdingsgefehlet ist, vnd sobald man der grossen menige täglicher fehlschüss pflegtzu vergessen, weil solches nichts seltzams: so vil dest lenger ist inanseingedenck, wan einmahl einer etlichermassen tri ft. Daher mannichem war-sager seine aussag, wie weit sie auch fehlet, durch anderer leüth aussle-gung ohn sein begehrn war gemacht würdt.

Was aber die Natürliche weissungen betrifft, seind derselben neben derAstrologia vil vnd mancherley, welche alle auff einen hauffen sich in rebuscontingentibus bemühen: da auff das, so vorher gegangen, gmeinglich einer-ley erfolgt, aber doch auch fehlen vnd anderst ergehen kan. Auch ist keinedarunder weniger zu schätzen, als eben die Astrologia : sintemahl obwohldiese jre starcke vnverhinderliche vrsachen der mancherley Zufällen, aussder Natur vnd des Himmels lauff her nimet, jedoch kan sie deren anderennatürlichen vorsagungen so gar nit entrathen, das wofer sie sich von allenandern absondern, vnd der Astrologus nichts als was seine kunst vermag,verkünden wolte: Er nicht allein von niemanden verstanden, sondern auchmit jme selber nicht vill mehr als er in Astronomia gelehrnet, reden würde..Sie seind auch gewisser, als Astrologia, dieweil sie auss jrdischen vnd be-nachtbarten vrsachen genommen, derowegen sie näher ad speciem kommenkhönden. Auff dise weiss weisset ein Kriegsverständiger von künfftigemglück vnd vnglück, ein rechtserfahrner von aussgang seiner Sachen, einWeltweiser von Veränderung der regiment, ein alter betagter Man von künff-tigem zustand seiner kinder, ein Artzt von aussgang der kranckheit, einBaursman von verhoffter fruchtbarkheit oder von dem morgen künfftigenregenwetter, ein jeder von seiner fürhabenden materi vil besser zu sagen,als kein Astrologus: dieweil jnen die nechst verwante vrsachen, als beederFeldheren volck, Proviant, Munition, sin vnd gewonheit, des Richters brauch,der Landes guette oder böse Ordnungen, der Jungen weise, geberden, vndgestalt des Angesichts, des Patienten natürliche krafft, die Winterwitterung,des grundes Artt, die abend vnd morgen rött, oder das bergriechen wolbekandt. Da hingegen dem Astrologo nur die einige general et universalursach, des Himmels künfftiger lauff zu besichtigen vorstehet. Es begäbesich dan, das ein guetter Astrologus in allen zeitlichen händeln so wol er-fharn vnd geübt, das er den besten zu vergleichen, vnd hette darnebenaller fürnämisten Fürsten vnd Herrn gewisse geburtsstunden, da Ich wolzugebe, das ein solcher, wiewol nicht allerdings specialia et individua, je-doch solche ding vorsehen köndte, die in alle weg dem vleissigen auflmerckerzu grossem nutzen gereiclieten. Aber hingegen zu bedencken, das in erst-gesetzten kurtzen Worten eine solliche weitleüffigkeit begriffen, darinnennicht bald ein mensch in seinem gantzen leben, zu zihmlichen theil, nie-mand aber zum end gereicht, als villeicht der nun mehr sechsthalb tausentjärige Teüffel: dem dannoch diss alles noch nit genung ist, gar ad speciemzu kommen vnd also zu Prognosticirn das es im nimmer mehr fehle, oderEr sich allerdings darauff verlassen dürffe: sintemal ausser der natürlichenvrsachen auch noch der Menschen, guetter vnd böser Geister, ja Gottes