Band 
Volumen primum.
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Dem Wolgebomen Herrn, Herrn Stefan Georgen, Herrn von Sternbergk,auf Postelbergk, Wodolitz vnd Ratagen:

Rom. Kay. May. Rath, Böhemischer Cammer Presidenten, vnnd Teutscher

Lehen, Haubtman der Cron Böheimb: Meinem Gnädigen Herrn.

Wolgeborner Herr, Gnädiger Herr, E. G. seind mein gantz gehorsameDienste bevor.

Gnädiger Herr, Man sagt im Sprichwort, wer an die Strassen bawe,der sol sich nit an der Leute reden kheren: das hab ich sonderlich dissverschienene Jahr in eigner Person erfahren. Dann weil ich im verschienenDecembri mein neuntes Prognosticum geschrieben vnd in truckh geben:haben meine gute Gönner vnd bekante theils jr fleissiges auffmercken ge-habt, ob solliches auch mit dem wetter eintreffe. Aldieweil nun der Him-mel sich mit demselben zimlicher massen verglichen, haben jrer viel sichgefunden, so mich zu continuirung dieses bisshero gepflogenen Gebrauchsvermahnet, vnd sich vnderstanden, mich fürohin etwas früer hinder dieseArbeit zu bringen, als ich bisshero gepflegt. Wie aber im verschienenAugusto ein grosser vnderscheid zwischen dem Wetter vnd meinem Pro-gnostico, ja allerdings das widerspil ervolgt, haben erstgemelte meine guteGünner vnd Freunde still geschwiegen, vnd hingegen andere, zwar hohesVerstands vnd ansehens Personen, mir ernstlich vnd mit gantzem fleiss zu-gesprochen, dieses Calenderschreibens abzustehen, weil ich sehe, das derHimmel sich einmal nit nach meinem Calender richten wolle: sonderlichweil die fundamenta astronomiea noch nit richtig: Item weil das gemeineVolckh nit auff den Grund vnd eigentliche Kunst, sondern nur auff dasGlückh achtung gebe, dergestalt, dass es offtermahlen getroffen sein ver-meine, was im grund der warheit gefählt, vnd hingegen anfahe auff etlichePuncten zu schelten, wölliche jrem gedunckhen nach dem ervolgenden ge-witter allerdings zuwider scheinen, wölliche doch ein anderer verstendiger,der sie mit einem Philosophischen Aug ansehe, für gewiss vnd gut erkhen-nen müsse.

Wiewol nun diese vnd dergleichen Einreden nit zu verachten: jedochvnd weil ich nit nur diss, sondern auch anders zu bedenckhen hab: vndin allweg billich ist, das ich meines Thuns vnd Lassens gnugsamen Grundbey mir selber, nit aber in anderer Leute vngleichen Reden suche, vndgleichsam vom Wind bald hie bald daher gewendet werde: Hab ich beider-ley vrsachen auff ein Wag gelegt vnd diese meinung für wüchtiger befun-den, das ich meinen bisshero gehaltenen brauch, mich in den geheimnussender Natur zu veben, vnd was mir dissfals eingefallen, auch anderen zu com-municirn, also meniglicher zu Verwunderung der Göttlichen wercke vnd fleissi-gerer auffmerckung auff dieselbe anleitung zu geben, auch diss Jahr con-