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Volumen primum.
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475
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anni MDCIV.

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bedarff, sondern meniglichen bey sich selber spricht, da haben wir Jn. Wienun jener anno 1572 hoch in Septentrione gestanden, vnd nit vndergegan-gen, sondern auch wol bey tage, wan die Sonne sich geneiget, herfürge-stochen, vnd also wegen seiner klarheit vnd hoch den gemeinen pöfel gleichals bey den ohren gezogen, die äugen auff jne zu wenden: derowegen erauch von gmeinen vnachtbarn Leuten am ersten ist vermercket worden: alsowil es sich ansehen lassen, als ob dieser jetzige sterne (weil er anjetzonäher bey der Sonnen, mitten in der klaren abendröte leuchtet, vnd baldauf!' die Sonne vndergehet, auch mit andern klaren Sternen vmbgeben ist)etwas nähere verwantnus mit dem Gelehrten häuften habe, weil er von denen,(sonderlich wölliche auff die Astronomiam gestudirt) besser vnd geschwinderzu vermercken gewest, als vom gmeinen pöfel.

Was nun sein bedeuttung sein werd, ist schwärlich zu ergründen, vnddiss allein gewiss, dass er eintweder vns Menschen gar nichts, oder abersolliche hohe wuchtige ding zu bedeuten habe, die aller Menschen Sinnvnd vernunfft vbertreffen. Dan weil er so hoch vber alle Planeten gestan-den , das an demselben ort, nach Copernici lehr, nit allein der PlanetenCörper verschwinden, sondern auch jre gantze Himmeln selber wie kleinesternlin anzusehen: so vermag man demnach aus der Astrologorum gmeinenlehr vnd dieser grossen conjunctione Saturni , Jovis et Martis nichts auffdie entzündung dieses sterns oder seine substantz erzwingen. Ynd wolteGott, das doch diejenige, wölliche vnzweiffel in grosser anzahl viel längergewäsche von vrsprung dieses Sternen machen vnd in truckh geben werden,jnen die weil nämen, Hern Tychonis Brahe Progymnasmata von dem sternedes 1572. Jahrs zuvor abzulesen, damit sie mit so vngeschickten kindischengedancken, als solte dieser sterne natürlicher gewöhnlicher weise von Jovevnd Marte (sonderlich weil er rötlich vnd von fernem wie ein aufgehendebrunst oder feuer scheinet) entzündet worden sein, daheimen blieben. Son-sten vnd sofern diss axioma so gewiss vnd war were, so gewiss ich es füreine Fabel halte, das die Vereinigung Jovis et Martis diesen Sternen ange-zündet haben solle; wüste ich mit dieser allegoria wol so lieblich vndmeisterlich zu spilen, als andere thun werden : Wie nemlich die Mathema-tici nach dreyen grossen Sternen geschawet, aber vnversehens deren viergefunden, vnd sich an dem newen vbernächtigen mehr vergafft, als an denbleiblichen warhaftigen Planeten. Ynd das der alte hartneckhige Saturnus,der prächtige Jupiter, vnd der streitbare Mars auff einem Reichstage indomo et templo Jovis zusamen khommen, alda Jupiter vnd Mars auff eineseiten getretten, einen newen Sternen erwehlet, vnd so hoch vber sich ge-setzet vnd erhöhet, so tieff sie beide sich zuvor undern Saturnum buckhenmüssen, seyen also nach verrichter Sachen ein jeder widerumb darvon seinenPfad gezogen. Saturnus aber rüste sich fuss für fuss, auff diesen newen zuziehen : doch, so fern nur der newe so lang zu dauren habe, werde Satur-nus sich gleich so wol für jme buckhen, vnd vnder jme, wie wol nehrlichdurchziehen müssen. Doch sey diss nur ein zeitliches, vnd ziehen die Pla-neten wol davon , da der newe hingegen stehen bleibe, sie kboinmen aberauch wieder, vnd werden jne alsdan vnzweiffel alda nit mehr stehend finden:vnd was des dings mehr. Wol wolte ich nit leugnen, das dieser sternemit conjunctione Jovis vnd Martis so fern gemeinschafft habe, so fern manzugeben wolte, das Gott selber (der nichts in der Welt weder für kleinnoch für gross schätzet, vnd das Menschliche geschlecht in diesem so klei-