Band 
Volumen primum.
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476
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De stella nova

nen vnd vnsichtbarn erdenpunctlein wonhafft, als sein Ebenbild eben solieb vnd lieber hat als einen Sternen, wan er auch gleich hundert tausent-mahl grösser were, als die gantze Erdenkugel) diesem Menschlichen ge-schlechte etwas namhaftes anzuzeigen, den ort vnd zeit dieser conjunctionJovis et Martis zu ewiger gedechtnus habe hiemit zeichnen, vnd die Sachen,wiewol in vnaussprechlich höhern orten, also habe disponirn wollen, damitwir Menschen von vnserer Erden hinauff schawend an dieser stelle einenso grossen Sternen zu sehen hetten.

Wer ist aber, der nicht sehe, das diss mir vnd meniglichen viel zuhohe Assumpta seyen: vnd sich nit wolle a posse ad esse argumentirenlassen ?

Hingegen aber will ich auch mit denjenigen nicht gmeinschafft haben,wölliche diese Zusammenstimmung allerdings in Wind schlagen, vnd darfürhalten, das es des blinden glücks schuld, das dieser newe sterne eben geraddiss Jahr, Monat, tag vnd ort der grossen conjunction getroffen habe. Danobwol war, das- (zum exempel) ein jeder gerader wolgemachter würffel sechsfelder hat, vnd eins so wol fallen khan als das andere, jedoch wan einanzahl Spieler jeder mit vier oder fünff Wiirffeln nur einen einigen Wurffthuen solten , vnd einem vnder jnen fiele das Sechsen auff allen wiirffeln,so würde man ein sollichen nit vnbillich wegen einer verborgenen kunstverdacht haben vnd es schwärlich dem glück zuschreiben: angesehen, daswol hundert tausendt würffe geschehen möchten, ehe wieder einer auff dieseweise geriethe. Derowegen wie gesagt, ich diese wunderbarliche eintreffungder zeit vnd ort nit gern dem blinden glück zuschreiben wolte: zumahlweil die erscheinung selbsten eines newen Sternens für sich allein (auchohne betrachtung der zeit vnd ort) nit ein gemein Ding ist, wie ein spiel-wurff, sondern ein grosses wunder, desgleichen vor unsern Zeiten nie erhörtoder gelesen worden. Aber ich wil diese zweifelhafte frag andern aufzu-lösen fürgeben haben, vnd für jetzo fahren lassen. Damit ich aber dochauch eine vorbereittung mache, die bedeutung mit der zeit zu erkundigen,so nim ich diesen sterne an, wie einen andern, sonderlich' einen Planeten,vnd achte es der Natur gemäss, das er, so lang er stehet, an der Witte-rung vnd nativiteten der Menschen so wol gmeinschafft haben werde, alser am liecht gemeinschaft hat: Nemlich weil die gantze Natur, vnd allederen krefften (animales facultates) eine verborgene art haben, die aspectusder himlischen liechtstralen zu merckhen vnd sich nach denselben zu regu-liren, werden sie ohne zweiffel auch dieses sternens empfinden. Derhalbenauff diejenige tage achtung zu geben, in wellichen er mit den Planeten configu-rirt würt. Nemlich ist er den 10. Octobris (alda er zum erstenmahl gesehenworden) gerad in sextili Solis gestanden. Vnd weil es dieser tage vielgeregnet ohne sonderliche aspecte, ist zu bedenckhen, ob nit die natur sichdurch ankunft dieses sternes zu sollichem starckhen schwätzen vnd netzenhab verursachen lassen. Vnd würt vns hierdurch sonderlich gezeichnet detjetz künftige 9. Decembris, an wellichem Son vnd Saturnus zugleich zudiesem newen sterne stossen, doch baide vnder jme dahin gehen, vnd zwarSaturnus den 13. 14. am näliesten zu jme ruckhet, damahlen die Sonneschon ein weglein fürüber. Vnd württ er wegen dieses lauffs der Sonnenvon 1. Decembris abends nit mehr mögen gesehen werden.

In gleichem würt Mercurius den 23. vnd 24. Decembris, da anderstder sterne so lange bleibt, sehr nahe bey jme vnd Saturno stehen, vnd ist