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Prognosticum
schlagen: so wenig wird der Himmel wehren können, das die Brunst nitvberhand neme: sintemal er auch anfangs mehrers nicht darbey gethan,dann einer der ein Feuer schiegt: w'ere auff Erden kein pulffer gezetteltgewesen, so hett Er nicht angezündet.
Darumb wehre, wer da kan, vnd wem es gebühret, dann Himmelshalben wird die Brunst wol vmb sich fressen mögen , so weit Holtz vndStro reichet, vnd so weit es ein jede Partheyen für rathsam achtet, vnderdiesem praetext ein Yolck auff den beinen zu halten. Warnen kan biss-weilen ein Prognosticum , wann natürliche Antribe zur erhitzung der Ge-müther fürhanden, wanns aber geschehen, so kann kein Prognoäticum nichthelffen.
Warnungsweise will ich auch dissmals ferner so viel angedeutet haben,das, wann noch nie nichts erregt, vnd aber doch an Orten die Welthandelzu Neuerungen disponirt wären, so hette man sich künfftiges Jahrs imMertzen, Aprillen vnd Julio, bey der langsamen oppositione Jovis vnd Mar-tis wol vorzusehen, dass man nicht neue Händel bekomme, oder in denalten zu einer wüchtigen revolta gerahte: Drauff dann im Octobri hernachein trauriger blutiger Nachdruck erfolgen möchte: $ 6 tj in loco caedibusinfami. Nit weniger zu bedencken, dass einem Landverderblichen Kriegder Hunger vnd die Pestilentz auff den Fusssohlen nachzufolgen pflegen.
Wie da, möchte einer fragen, was ist mir dann zuthun, dass ich solcheHimmlische Antribe auff mein seytten bringe, vnd mir mein Feind nichtvorkomme ?
Antwort :
Vor allen dingen sey gewarnet für dem grossen hauffen der Prognosti-canten. Nicht zwar, dass du dein thun vnd lassen nicht nach jhnen richtest,dann wer wolt diss erkünden, sondern dass du nicht gewöhnest, die zeitvnd deine gedancken mit betrachtung derselben zu verlieren, aus dem ob-schwebenden Landverderben ein eytele speculation zu machen, als ob du einerComedi zusehest, vnd darbey dess höchsten Ernsts vnd deiner selber zuvergessen.
Viel lieber lasse dich durch gelegenheit dess Himmlischen Gestirnswo nicht von andern, doch durch diss mein Prognosticon, etwas deutlicherdeiner selbsten vnd deiner Wohlfahrt erinnern, vnd halte mir meinen wol-gemeinten fürwitz, in dem ich dir Moralia vnter die Astrologica mische,günstig zu gutte.
Vnd verhelt sich nun ferner mein Antwort vnd fürschlag allso: Dusihest dass Gott heutiges tages kein besonders machet mit neuen wunder-wercken oder Persöhnlicher an- vnd einsprechung, dardurch er einem jedenzu verstehen gibt, was er thun solle, damit er dem Unglück entfliehe. Esist sein w r eiss also fast in allen seinen Wercken, dass er nicht mit dönen-den Worten, sondern mit sichtbahrlichen handgreiflichen Wercken redet; esist nicht sein gemeiner brauch, dass er einem jeden sein gewisse Vögel zu-ordne, die jhn (wie auff ein zeit den Propheten Eliam) ernehren sollen:sondern er hat dem Menschen hände, Sinn vnd Vernunfft gegeben, vnd ge-fellet jme, dass sein Geschöpff nicht ein todtes, sondern ein lebendigesGeschöpff seye, dass der Mensch seine gegebene mittel brauchen, arbeiten,vnd durch seinen fleiss der Gaben Gottes, die er aus der Erden geschaffen,theilhafftig werden solle: Damit nun diss seinem Willen nach geschehe, soverschafft er jhme die liebe heilige Armuth, die jhn 'vom Schlaff vnd Müs-