Band 
Volumen primum.
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486
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Prognosticum

gewarsam, auch gefast sein, vnd so es mit der Wagnus nicht rathsam seinwil, auff alle mittel vnd wege zu gedencken, das alle jrrung vor solcherzeit hingelegt werde: Dann der Himmel vermag nichts, wann man die Ma-teri aus dem weg räumet. Dessen ist diss jetzige Jahr ein lebendigesExempel, mit dem Krieg in Istria, in der Lombardey, vnd Auff'ruhr in denNiderlanden, auff welches Orth ich mit Verfassung meiner General Warnungin dess verschienen Jahrs Prognostico sehr viel gedacht, aber vergeblich,weil man der Orthen dem vnheil nit zeitlich Vorkommen.

Nun wil ich dess künfftigen Jahrs portenta etwas pünctlicher auss-führen.

I. Es geschieht die obberührte doppelte vnd sehr langsame oppositioJovis et Martis zu end der Zeichen Fische vnd Jungfrauen, vnd zu anfangder Wag vnd des Wieders, circa puncta aequinoctialia et tropica. Der-gleichen (doch zwischen Saturno vnd Jove) ist geschehen Anno 1612. 1613.Vnd leben die fürnembsten aus dessen vnd folgendes Jahrs gespilten Co-moedien noch, es seind auch die Händl noch nit verglichn, sondern wach-sen , der rnutli ist noch nicht gefallen noch geendert, die mögliche occa-siones zu erweitterung dessen , so einer jeden Parth gefellig, werden ohnzweiffel gantz eifferig in obacht genommen, vnd ermangelt allein an den-selben occasionen : solten sie aus Schickung oder verhengnis Gottes erfolgen,vnd die erwehnte Zeiten treffen, wurden gewisslich abermahlen Feur vndPulver zusammen kommen , vnd ein grosser theil von gegenwertigem Zu-stand umbgekehret werden. Dero wegen sich menniglich auff alle erdenck-liche Fälle, sonderlich wo man klehrer siehet, mit verantwortlichen Mittelngefast machen, vnd jeder seinen statum auch für künftige Zeiten, so guter kan vnd recht hat, versichern mag.

Ich weiss ein Thier das ist Generis Neutri, das sitzet vnd pranget inden Rosen, sihet nur auff ein anders Thier, seinen Feind, wann es vnter-gehen werde, vnd fürchtet sich im wenigsten nichts, vnd die warheit zusagen, so finde ich selber ausserhalb sein noch der zeit nicht grosse vr-sachen sich zu fürchten. Nichts desto weniger ist seines Nacbpaurn Haussverbrunnen, vnd hat sich wider alle menschliche sinne kein Retter gefunden,et non egerunt poenitentiam; nichts desto weniger hat es, so wol der Nach-paur, seine grosse, mächtige (nicht sag ich Persone, sondern Ampts) fahlevnd Mängeln, vnd wil sie nicht erkennen, sie seind vor seinen Augen ver-borgen, es gefeilt ihme selber wol darinnen, bochet nunmehr auff das ver-jähret herkommen, alle treue Warnungen werden verachtet, vnd verkleinert,der Deckmantel ist schön, der wälsche treue Eckhard hingegen abgeschmack.Wie kan ich anderst vermuthen, denn das es eben durch solche Sachensich selber verderben werde, durch welche es jtzo sündiget: vnd ob dissdem gemeinen lauft’ nach nicht geschehen kündte, das doch Gott selberdrein greiffen, das Thier tummeln, oder gar schlachten werde, wie er an-dern gethan. Dann so böss diss jmmer scheinet, so weiss er etwas gutsdrauss zu bringen, nemblich in specie dieses, dass er durch solche schreck-liche Exempla anleitung gibt zur Verbesserung dessen, was jhme in denRegimenteu vnd andern Bestellungen missfällig, ob es schon eine langezeit, für einen vblichen Brauch, für ein Gesatz, ja gar für Heiligthumb ge-halten worden. Aber da heist es wol ein Thier, equus et mulus, quibusnon est intellectus. Derowegen ob schon seines Namens in dem Astrolo-gischen Thierkrais oder Zodiaco keins zu finden , hab ich doch vor einem