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Responsio

Antwort: Das vns freilich dass Gesicht bey erkundigung diser grosse nitverlasse, so wenig vnd weniger als bey erweisung des vmblauffs der Erden.Dann wir bawen nit den vmbgang dess Erdreichs auff die grosse weitteder Welt, sondern zum widerspill folgt dise grosse auss der Erden lauft’,vnnd werden bayde samptlich auff die anzeigung dess Gesichts erbawet, wiein Copernico vnd meo libro de Marte zu sehen.

D. Rösslin sagt, dise erdichte grosse der Welt lobe Gott eben so wenig,als wenn einer von mehr Welten sagen wolte, vnangesehen Gott deren wolmehr erschaffen köndte. Antwort: Ich liab auch nit einen sollichen Fecht-sprung gethan, das ich meinen stand (zu beweisen das es nichts vnge-reimbts) verlassen, vnd mich hinder den Altar in die Theologiam verkrochenbette, Ich hab mit anziehung der grossen macht Gottes nit geprediget,sondern argumentirt vnd angezeigt, wa der fahl sey, dass dise grosse WeltI). Rösslino vnd seines gleichen so vngereimet fürkomme: Nemblich andem, dass wir Menschen so klein seyen, vnd es nit bedencken. Dann wirnit die Welt für gross, sondern vns für klein aussschreyen solten: sinte-mal Gott keine grosse nit gross sey. Das hab ich erwisen, mit bekantenExemplis. Dann was soll es wunder sein, das sphaera fixarum soll drey-tausendmal höher sein dann Saturnus, ist doch Saturnus zwölff tausend mallhöher dann die Erdkugel, das weiss man zu allen seitten. Wann Gott einschöne proportz ersehen, so ist jhm keine grosse zu gross, das er nit soltedarzu kommen. Wir Menschen aber sehen nit auff solliche proportiones,vnnd entsetzen vns vergeblich ob der vnermesslichen grosse. Hab also nitargumentirt a posse ad esse, (ward vnvonnöthen) sondern a posse ad ab-surdum non esse. Vnd hab die proportionem probabilem die ich für dassEbenbild diser vnermeslichen grosse halte, hinzu gesetzt, die Rüslinus mitdem wenigsten Wort nit gerührt, da sie doch das nötigiste membrum anmeinem beweiss ist.

D. Röslin: Diese vngereimpte lehr von beweglichhait der Erden hatauch dem Kepplero sein gantze Physicam zerstört, das er der Erden zu-schreibet principatum Actionum coelestium.

Keppler: Ob wol nit ohn, das diese mainung (wie nämlich die Erdselber vrsach darzu gebe, das die himmlische Aspecte in sie würcken) vielein stattlichers ansehen bekommet, wann man glaubt das sie auch vmb-lauffe, so ist doch diese meine Meteorologia nit auff den vmblauff der Erdengebawet: sondern bestehet für sich wann auch gleich einer fürgibt, dieErd stehe still.

D. Röslin will sollich sein axioma mit einem einzigen loco sacraescripturae zuruck getriben haben.

Keppler: Der Herr D. schone ein wenig, sonst würt die ratio Mu-sica Aspectuum fallen, vnd wird also Er gleich hernach, so man das Blatvmbkehret, vbelbestehen, wann Er mir dieselbige so sehr loben wirdt. Dannsolliche von mir gebrauchte, vnd von jme Doctorn gelobte ratio Aspectuum,(Nota: aspectuum, non luminis per se) fundirt sich ainig auf receptionemtelluris, vnd gar nit auff influxum coeli.

D. Röslin: Im Propheten Hosea stehet, Quod coelum exaudiet terram.

Keppler: Es folgt gleich drauff, Et Terra exaudiet triticum, et tri-ticum exaudiet Jesrahel. Vnd hab ich mit dem Propheten ad partem ge-redt, in willens jhm seine wort ausszulegen. Er hat aber darfür gebeten,