ad Röslinum.
511
mit Vermeidung, das er nit physice sondern popularibus verbis theologicegeschriben habe: neme sich vmb vnsere materiam nichts an.
D. Röslin: Die gute fruchtbaren regen kommen von oben herab.
Keppler: Ist war, sonst wurden die Kühe an Beuchen nass, wannes vbersich regnete. Aber die Materia zu sollichem regen rauchet zuvorvon vnden hinauff.
D. Röslin: Die Erd wird vom Himmel geschwängert.
Keppler: Ich hab dise gleichnus in meim Buch de stella auch ge-führet (Cap. XXVIII). Es wil sich aber nit wol Teutsch geben lassen,warin ich mich von D. Rösslin schaide. Ist schier ein ding, als wann einmutwilliges Maidlin sich so sehr ab eim lieblichen Bulerliedlin bewegetevnd kizelte, das sie drüber von jbr selber schwanger würde wie es dannin conceptione molae (Plin. hist. nat. VII, 10.) geschehen soll.
D. Röslin: Der Regen bildet Gottes wort für, das kompt von Gott,nit von vns. J1 )
Keppler: Zu einer anmütigen vnd ins gemein erbaulichen gleichnusbedarf! man gar keiner geheimnussen auss der physica; dann man hatgnug an denen dingen, die für äugen schweben, wann man schon derenvrsachen nit volkommenlich gantz w'eisst. Kämlich ist es genug, w T ann esregnet, das es von oben herab regnet, zu nemung einer feinen gleichnus:vnd wird von den Gaistlichen Sachen nicht zuruck auff die gleichnus Sachenargumentirt.
D. Röslin: Die Alchymisten wissen das ein regenwasser einen äthe-rischen spiritum empfangen hat.
Keppler: Das kan ich auss vnerfahrenheit nit vmbstossen. Es folgetaber drumb nit, das solliches wasser in aethere gewest, oder nit auss derErden herfür gedämpfft habe. Dann soviel ich berichts habe, so erkennendie Alchymisten viel einen sterckern ätherischen spiritum im Rebensafft:vnd wachset doch derselbige nit von oben herab, sondern von vnden hinauff.
D. Röslin: Was Keplerus de Aspectuum efficacia auss den Harmo-nicis her führet: halt ich für ein egregium inventum; allain das er diekrafft vnd würckung dem Himmel vnd gestirn auch zuschreiben, vnd vomHimmel her führen solte.
Keppler: Der Himmel wird von mir nit ausgeschlossen, dann Ergibt hierzu die Liechtstraalen: aber D. Röslin soll mir auch die Erd pas-sieren: dann die weisst vnd empfindet allein, wann es ein Aspect ist zwi-schen zweyer Planeten Liechtstraalen : hiervon waist der Himmel, das istdie Sternen, quae se mutuo dicuntur aspicere, weniger dann nichts, vndeben so wenig, als wenig die Orgelpfeift' von dem Liedlein weiss, darzu sieverhülffich sein muss.
Keppler soll den Cometen anni 1580. in Martis sphaeram gesetzt haben,villeicht ex Tychonis sententia. Antwort: Braheus hat sich meins Wissensvber dieses Cometens lauf! nit resolvirt, sondern es ist mein Conjectura;das nämlich derselbig Comet seinen schuss auss der sphaera Martis ge-nommen, sey durch sphaeras Terrae Veneris Mercurij gefahren, vnd widerden sphaeris Veneris Terrae et Martis zugeeilet.
D. Röslin klagt, Keppler hab ihn in seinem Buch vom newen sterngestumpffiert. J6 ) Antwmrt: Warin diss beschehen wird sich hernach finden.An jetzo geb ich in genere soviel zur antwort, Das in meinen Schrifftenkein ehrenrührige oder sonsten bosshafftige Politische schimpffliche antastung