ad Röslinum.
515
Deren der fürnemeste gewest, das ob wol der Stern seiner Natur halbennichts zu bedeutten bette, es doch der warhnit ehnlich seye, das Gott jnusonder traut hierzu brauche. Auff disen grund, vnd wann nu gewiss, dases Gottes will, das wir Menschen etwas auss newen Sternen abneimnensollen, ist ferner die frag gewest, wass dann für mittel darzu gehören:Vnd diss mein anderer grund gewest, das Gott solche newe erscheinungenrichte auff diejenige vinbstende, darvon die Menschen wissen, vnnd demnachsolliche vinbstende von vns zu betrachten vnnd allegorisch ausszulegenseyen. Da ich fol. 196. keine ausslegung verachten, sondern jede in jhremwerth vnnd principijs passiern lassen wollen. Vnd ob ich wol zu anfangdess Buchs bestritten, das die ausstheilung des Himmels in zwölf!’ Zaichen,vnd der Zaichen vnter die Planeten, keinen grund in der Natur habe: Je-doch weil einmall das Menschliche gesehlecht von den Chaldeern herodurch alle Nationes biss auff vnsere zeit Jhnen dise ausstheilung also ein-gebildet: Ilab ich fol. 198. dem Leser zu bedencken heimgestelt, ob uitGott selber, wann schon die ausstheilung nichts natürlich», dannoch vndnichts desto weniger nach deren sich richte, vnd also durch die, als durcheine den Menschen bekande sprach oder deuttung, mit jhnen den Menschenreden wolle.
Wann nu der Leser disen grund angenomen, hab ich jhme folgend fiir-gestelt der besten vnd beschaidensten Astrologorum vorsagungen, vnderstlich einen ausszug auss allen gemacht, hernach in specie Herrn DavidFabricium, meinen auch glitten Freund herfür gezogen, doch mit jhme etwaszu causirn gehabt, vnd mich nit geschihen, jhne vnnd den Leser zu erinnern,das er zu genaw gehe, vnd ohne gnugsame vrsachen den Sternen fiirnem-lich auff Teutschlandt ziehe.
Fürs dritte, hab ich angezogen, was etliche fürneme Herren auss demvmbstand der Örter genommen, an wellichen beyde Sterne Anno 1572. vnndAnno 1604. gestanden sein. Dann vnd fürs Vierte, bin Ich auch anD. Röslin kommen, als an einen berühmpten Astrologum: darzu mir dannsonderlich vrsach geben, das mir ein Exemplar meines Teutschen berichtsvom Sterne zu Amberg nachgedruckt zukommen, in wellichem Ich HerrenD. Röslins schreiben hinder dem meinigen angehengt, vnd beide zusamenauff dem Titul angemeldet gefunden. Solte ich dann mit einem so nahenNachpaurn nit auch ein freundliches, doch aufrichtiges Teutsches gesprächhalten dürften ?
Weil dann ich mir fürgenommen, vnder den beriihmptesten ausslegun-gen dieses Sterns auch D. Röslins ausslegung einzuführen : hab ich einensollichen eingang zur sach gemacht, das wie die jetzgemeldte fürnemeHerren haben zwen Sterne zusamen gefasset, vnd nur ein ausslegung draussgemacht, die sich auff baider Sternen Stelle fundire: Also habe auchD. Röslin etliche Cometen vnd Sterne zusamen gefasset, deren örter vndWege, die sie durchlauffen, mit einander verglichen, vnd auch ein vniversalbedeutung darauss geschmidet. Wie nun ich diese weise ausszulegen, alsdas fundament, in genere nit gesinnet gewesst zu verwerffen: also hab ichdarneben (so wol als droben mit Fabricio beschehen) anzaigen sollen, wasmir in specie an dieser D. Röslins auff jens fundament gebauten Auss-legung gefalle oder nit gefalle. Hierauss leichtlich zu ersehen, das es mirnit vmb stumpfieren zu thun gewest, oder das Ich also ein Fasnachtspielmit D. Röslino verbringen wollen: den Ich wegen seines Alters vnd wegen
33 *