Band 
Volumen primum.
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529
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ad Röslinum.

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Keppler: Wie aber ich mich droben erkläret, werden zwar die Astro-logi bey D. Röslino halten, vnd mich scheel ansehen, doch nit einhelligzusammen stimmen. Hingegen die philosophi werden mich noch widermeinen willen vnder den Astrologischen hauffen • zehlen, vnnd auch in denenpuncten, wa ich ein connexion so hin passiere, D. Röslino gantz vnd garkeine connexionem gestehen, sondern vil mehr mich für credulum halten.

D. Röslin: Warlich Keppler erzeigt sich mit der credulitet vil zugeschwind, das er Laurentio Suslygae Polono gleich gefolget vom GeburtsJahr vnsers Herrn Christi, vnd die sach nit gnuegsam erwogen, wie anseinem ort soll offenbar werden.

Keppler: Ich müsste mich sehr in den Polacken, den ich nie gesehen,verliebt haben, wann ich jhme citra rationes gefolgt hette: secundum illud:Si quis amat ranam, ranam putat esse Dianam. Vnd wie were HerrMaestlinus darzu kommen, wellicher etliche Jahr zuvor eben dise meinemaiuung, doch mir vnwissend, gar weitleuffig vnd stattlich in publicis lec-tionibus et orationibus defendirt. D. Röslin wöll erinnert sein, das er zu-vor vnd ehe dann er herfür kommet, Herrn Maestlini rationes zur Handbringe, vnd wol erwege.

D. Röslin: Es were Kepplern zu wünschen, das er in ermeltemTractat bey obermelten Epithetis : inconnexi, stulti et creduli gebliben were,vnd nit auch falsum begangen hette, da er die alte Historicos vnrecht allegirt.

Keppler: Das ist wol ein schlimmer handel, das einer also mit derWarheit ins geschrey kommen soll. Muss gleich beichten, doch mit einerEinred, das D. Röslin der Sachen in vil weg zuvil thue. Dann er anfangsfrembde Sachen einführet, nur Rach zu vben: sintemall dise quaestio jmenichts gibt oder nimbt, sonsten ich jme wegen der getrewlichen vnnd bes-serlichen erinnerung wolte danck gesagt haben. Zum Andern, so ist dasnit gnuegsamlich bewisen, wann einer auff einigerley weiss die Authoresvnrecht allegirt, das er darumb falsum begangen. Dann kund, was in juremit disen Worten gmaint werde. Wöll derohalben D. Röslin diss falsumbegehen wider zu sich nehmen, vnd mich dessen entladen. Fürs Dritt, redeter large, die alte Historicos vnrecht allegirn, das ist den aiuzigen Corne-lium Tacitum, oder Einen authorem vnrecht allegirn, das ist, Einen ain-zigen locum auss jme. Es hette dann D. Röslin deren mehr gefunden: sobin ich zufriden, vnd halt es für eine notturff't, das ers citra studium ob-trectandi, vnnd mit des Lesers nutzen, an Tag bringe.

Hierzwischen will ich berichten, wie es mir mit diesem einigen er-gangen, der mir selber, ohne D. Röslins anzaigen, schon lengst bewustgetvest.

Ich hab gefunden in Tacito : Quirinus proficiscenti C. Caesari ad bellumArmenicum datus Rector. Diese wort hab ich auff ein zedel aussgeschribenvnd zum concept auft'gespart, dan solliche wort mir genutzet. Damit ichaber nit vergässe, warzu ich sie brauchen wollen, hab ich ein erinnerungbeygefüget, mit folgenden Worten: nondum vicesimum annum agenti. Dannich gewust, das C. Caesar in annum vicesimum Consul designirt gewest,da Er selber Rector Senatus et populi Romani sein sollen, vnd jhme spöt-lich gewest wäre, das Er noch solte selber einen Rectorem juventutis haben.Dann eben darumb hat sein Anherr Augustus nit gestatten Wüllen, dasdieser sein Cajus vor dem zwainzigisten Jahr zum Consule gemacht werde:das er fürgewendet, die Römische Respublica sey noch nit in so hohenKepleri Opera I. 34