Band 
Volumen primum.
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538
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Responsio

düng dient mir zur vmbstossung der falsch fürgewanten vrsach, als ob dieCrafft der Sonnen den Zaichen die vnderschiedliche qualiteten eingösse.

Er zwar will mir die Objection vmbstossen, mit diesem, das die Som-merbitz nit am grössesten, wann die Sonn in Krebs gehet, sondern wannsie im Lewen: bedencket aber nit, das er sich selber in drey wege inBacken hawe. Dann erstlich so gilt diese einred nichts, Er gestatte dann,wie mein objection drauff vmbgehet, das ein gantzer quadrans, das ist dreyZaichen nach einander, einerlay qualitates haben: darmit wird aber diegewonliche ausstheilung, die dreyerlay Zeichen in einen Quadranten setzt,vmbgestossen.

Zum andern, so gewinnet er zwar hiermit, das der Lew die hitzigistezeit mache vnd derowegen seinem folgern nach selber hitzig sey: aber hin-gegen, so wird jhme der Stier, als das mittlere Zaichen des Frülingqua-drantens, nit kalt vnd trucken, sondern warm vnd feucht, dann diss istdes Frülings gewonliche art. Zum dritten begehet er hiermit, was er anmir vnrecht gescholten, in dem er will, die Erde gebe den Himmlischenzaichen jre qualitates. Dann das die hitz im 'Augusto am grössesten, dadie Sonn im Lewen: daran ist nit der Lew oder die Sonne schuldig, diehat mit jrem eingang in den Krebs jr bestes gethan, weil sie am höchstendamahlen gestanden, vnd darvon redet mein objection: sondern der Erd-boden ist daran schuldig, wellicher die hitz im Junio von der Sonnenempfangen vnd wegen seiner Dicke biss in Augustum gesparet, vnd jetzonoch mehr erhitzet wird: das also die hitz im Erdboden gehäuffet wird,vnd jmmerzu die Himmlische vrsach vorangehet, die träge Materia aber(Corpus Terrae) hernach volgt. Was haben aber die Ilimlische Zaichenmit dem jrdischen Corpore vnd seiner träghait vnd langsamkait zu thun?

D. Röslin: Keppler ist zu spitzfindig: die Natur ist einfaltig: Ty-chonis newe fundamenta seind desto annemlicher, weil sie schlechter vndder Natur gemässer, viel spitzfindiger aber vnnd mehr wider die Naturseind des Copernici fundamenta.

Keppler: D. R. bekennet selbst das er kein Astronomiis ex professo,sonst würd er diss nit sagen. Alle astronomi, sie glauben gleich dem Co-pernico oder glauben jm nit, sagen einbelliglich, das des Copernici funda-menta viel ainfältiger seien, vnd astronomice vel geometrice vil leichter zubegreiffen, dann Tychonis oder Ptolemaei, Obwol Tychonis denen, die deralten Physica gewohnt, annemlicher, vnd physice leichter zu begreiffen seind.

D. Röslin: Weil Keppler wegen der bewegligkeit der Erden ein im-mensum spatium setzen muss zwischen Saturno vnd den Fixis, kan Er jetz

nit ermessen, wie auss den zwölff Zaichen, die die Fixsternen begreiffen,ein einfluss in die Planeten sein möchte, das die Planeten vnderschidlichewürckungen nach den zwölff Zaichen annemen sollen : derowegen Er denvnderschid der Zaichen gantz verwürfft.

Keppler: Meine aigne vrsachen warumb ichs verwerffe, hat D. Röslinschier gantz vnd gar mit Stillschweigen vbergangen, jetzo erdenckt er fürmich andere vrsachen, deren ich nit bedarff. Doch hat er wol das ge-

schweer recht gerühret: dann nit allein ich diss nit glauben kan, von der

vnermesslichen weitte- wegen, sondern wann auch gleich die Sonne so nahe andie höchste sphaeram käme, wie Ovidius (Lucanus) fabulirt, das der Scorpionvor hitz die Schären verbrennet vnd krümmete, so könte ich doch nit sehen,wie sie des Scorpions frembde qualitet nit allein in sich fassen, sondern