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Volumen primum.
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560
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Tertius

Thesis 5. Vnd wie abermal in der vorigen Matery die dogmata ec-clesiae zwar billich an jhnen selbst geschärpffet, vollkommen, vnd dem erst-lichen Intent Gottes dess Schöpffers, welcher allein auff die ordentlicheFortpflantzung dess menschlichen Geschlechts gesehen, allerdings gleichför-mig seyn sollen: aber doch praxis ipsa nicht ohne Gottes dess Schöpffers,Christi vnsers Herrn, vnd der heyligen Apostel Consens vnd Zulassung,der Gebrechlichkeit dess Menschens im sündtlichen Standt quoad individuaetwas verhenget vnd nachgibt: Dahin im Alten Testament die Polygamiavnd Ehescheydung, im Neuwen die Beywohnung von Ergetzlichkeit wegen,zu referiren vnd zu zehlen, alles in favorem zu befürderung vnd zu erleich-terung der allgemeinen Fruchtbarkeit im Ehestandt: Darvmb dann hernachalles vnordentlich Leben desto strenger abgestrickt vnd verbotten wirdt.

Also mücht nicht vnbillich auch bey fürhabender Matery dahin ge-schlossen werden: Ob wol das Göttliche Gesetz, welches heisst Gott denHerren lieben von gantzem Hertzen, von gantzer Seelen, vnd von allenKrüfften, hiermit allen den geringsten Gedancken, als ob der Mensch etwasguts oder böses nicht allein vom Himmel, sondern auch von allen vnd jedenzeitlichen jrrdischen Vrsacheu hoffen solle, schlecht hinweg aussschliessevnd verwerffe: Dass jedoch vmb dess Menschen VnVollkommenheit willen,so auch zu beförderung der Naturkündigung, vnd also zu Lob Gottes dessSchöpffers, zu welchem der Mensch erschaffen, bey der studirenden Jugendt,neben der Astronomia auch die Astrologia, wiewol sie vbel befleckt, vndnicht ohne gebrechliche Gedancken exerciert werden mag, nicht vnvernünff-tiglich geduldet, vnnd darneben alle mit eyngemengte Vbermaass aller of-fenbarer Aberglauben, Abgötterey, Astrolatria, Magia coelestis, Zauberey,Maleficia Mathematica, Lüsselkunst, seu quaestionaria, so wol das festeVertrauwen oder Heydnische Furcht, je mehr vnd mehr verworffen, ver-botten vnd gestrafft werde. Vide 114.

Es ist zwar, als obgemeldet worden, alle Begierde, künfftige Ding zuwissen, nunmehr bey den Menschen nach dem Fall sündlich vnd vnrecht:aber doch ist eine Sünde grösser als die andere, vnd ein Vnterscheidtvnter dem Werck vnd Gedancken zu halten: so wol auch' vnter der muht-willigen ’Vbermass, vnd vnter menschlicher vnvermeydtlicher Gebrechlichkeit,endtlich vnter demjenigen, was nur allein grausamen Schaden vervrsachet,vnd vnter demjenigen, darauss dennoch ein Nutzen entstehen kan.

Thesis 6. Wer diese blöde Art hat, der lässet doch den Fürwitznicht, vnd were besser er würde gebüsset in der Astrologia, da viel Mühevnd Arbeyt bey, vnd darneben etwas löbliches vnd gutes mit vntergemen-get, als dass er die Zeit mit vnnützem Spielen hinbringe, vnnd seinenjuckenden Grindt nach künfftigen dingen mit der Geomantia stille, welcheanjetzo an statt der Astrologia in Italia sehr auffkoinmen seyn solle.

Thesis 7. So siehet man augenscheinlich, dass diese Curiositet zuerlernung der Astronomia gedeye, welche von niemandt verworffen, sondernbillich hoch gerühmet wird. Es ist wol diese Astrologia ein närrischesTöchterlin (hab ich geschrieben in meinem Buch de Stella Cap. XII.) aberlieber Gott, wo wolt jhr Mutter die hochvernünfftige Astronomia bleiben,wann sie diese jhre närrische Tochter nit hette, ist doch die Welt nochviel närrischer, vnd so närrisch, dass deroselben zu jhren selbst frommendiese alte verständige Mutter die Astronomia durch der Tochter Narren-