Interveniens. 565
men, die Lauten bewegt, die Säumer vnd vnter denen sich selbst vmbsLeben gebracht hette.
Thesis 15. Derohalben ob wol dieserley demonstrationes oder vielmehrInductiones der Gewissheit nicht seynd, mit welcher Sulpicius Gallus einFinsternuss hat vorsagen können, 39 ) so seynd aber auch die Medicinalischeillationes nicht alle so gewiss als ein vorsagung der Finsternuss, vnd bleibtdemnach, dass in der Astrologia auch wol etliche illationes auss der Er-fahrenheit geschehen können, welche gleich so gewiss, als wann ein Me-dicus einer Person, die etwan gehling jhre Gedächtnuss vnd Sinne verloh-ren, vnd doch baldt wider gesundt worden, angedeutet, sie wisse nun wel-ches Todts sie sterben werde.
Thesis 16. Dass nun D. Feselius bey Eynführung seiner Propositionmeldet, dass die Vorsagungen ex astris weder in heyliger Schrifft, noch inderen bewehrten Ausslegungen, noch in der Natur, noch auch in der Er-fahrenheit Grundt habe, vnd er jhrne fürnimbt, solches zu erweisen: ver-hält es sich zwar mit den meisten Astrologischen vorsagungen (so wol alsmit den meinsten experimentationibus der Kräuter, Mineralien, Edelgesteinen,Glieder von Thieren vnd anderm) also vnd nicht anderst: Darneben abersetze ich D. FVselio vnd seinen auctoribus diese meine Proposition entgegen,dass etliche wenige namhaffte Vorsagungen künfftiger Sachen (in genere)auss Vorsehung dess Ilinnnelslauffs, erstlich in der Erfahrenheit gegründet,vnd von einem jeden, der in Astrologia so viel Fleisses anwendet, so vielFleisses in der Medicina zu einem Botanico, der der Kräutter wirckungenin eygener Person vergewissert seyn wil, vonnöhten ist, täglich auff einnewes bewehret vnd in erfahrung gebracht werden mögen: Fürs ander,dass solche wenige Stücke auss der Astrologia eines nach dem anderndurch fleissiges nachsinnen auch in der Natur oder Philosophia jhren be-ständigen Grundt finden, vnd theils allbereyt erreycht, theils demselbigennahen: Dann vnd fürs dritte: ob wol von solchen Philosophischen vorsa-gungen in heyliger Schritft eben so wenig als von der Anatomia dessmenschlichen Leibs, oder von natürlichem Vrsprung der Pestilentz, gemel-det werde: Jedoch sey der Gebrauch derselben in dem Gesatz von Zei-chendeuttern gleichfalls eben so wenig verbotten, so wenig m dem Gesatzvom Todtschlag, oder von der reynigung eines, der einen todten Cörperangerühret, die eröffnung eines menschlichen todten Cörpers vus Christenverbotten worden.
Was nun hierwider D. Feselius eynbringen wird, es sey mit vmbstos-sungen der himmlischen W T irckungen, oder auch mit verwerflung dero be-scheidenlichen Gebrauchs, darauff soll jhrne folgendes richtiger Bescheidtvnd Antwort erfolgen.
Wil gleich in seine Fussstapffen tretten, vnd diejenige fünf argumenta,welche gemeiniglich zu erweisung der himmlischen Würckungen eyngeführt,aber von D. Feselio widerlegt worden, mit jhrne nacheinander abhandeln.
Das I. Argument.
Thesis 17. Dass nun anfänglich fürgewendet wirdt, wie die herrlicheLiechter dess Himmels, sonderlich aber Sonn vnd Mondt von Gott nichtvergebens erschaffen seyen (D. Feselius vnd seine Widerpart reden vnvor-sichtiglich, als weren diese Liechter von Gott vnd der Natur erschaffen,gleich als ob die Natur etwas solches bey Erschaffung der Sonn vnd Mondt