566
Tertius
gethan, als sie heutiges Tags thut bey Formierung eines jeden Menschensin Mutterleib), sondern dass auch dieselbige mit jhrer Bewegung vnd Glantzden vntern Elementarischen Cörpern in Fortpflantzung der Erdtgewächsenvnd Venvandelung anderer natürlicher Sachen viel Ilülff vnd Mitwirrckun-gen erweisen, Vnd solches alles D. Feselius annimmet, auch mit Galenovnd dem weisen Mann Syrach bezeuget: Daran hab ich, den Zweck belan-gendt, auch nichts zu tadeln.
Thesis 18. Allein zu melden, so dann besser vnden mit mebrerm auss-gefuhret werden solle, dass diese zwo Fragen einander sehr verwandt: Obdie Sterne vns Menschen zu gutem erschaffen, vnd ob der Mensch alsoerschaffen, dass er der Sternen geniessen köndte? Gleichwie es zwo ver-wandte Fragen seynd: Ob der Beer geschaffen sey von der Schneegebürgewegen, darmit sie auch bewohnet würden, oder ob die Schneegebürge demBeeren zu gutem erschaffen? Vnd bin ich der meynung, wie Sonn, Mondtvnd Sterne am vierdten Tage noch vor dem Menschen erschaffen seynd,also haben sie auch jhren eygenen Zweck vnd Endt, nach welchem sie vonGott, auch ohn ansehen dess Menschens gerichtet seynd. Hernach aberam sechsten Tage sey der Mensch also erschaffen worden, dass er nichtallein mit seinen Augen der Sternen Liechtes, vnd mit seinem Verstandtderoselben wunderbarlichen gantz ordentlichen Lauft's theilhafftig werdenmöchte: sondern habe auch eine solche natürliche Seel empfangen, welchean vnd für sich selbst auff gewisse Zeiten durch etliche der himmlischenLiechter vnterschiedliche Beschaffenheiten auffgemundert, vnd in jhremWerck angetrieben würde.
Thesis 19. Weil dann D. Feselius zugibt, dass die himmlische Liech-ter nicht gantz müssig noch vergebens erschaffen seyen: allein dieses fürdie rechte frage angibt, ob dasjenige, was die Astrologi auss den Sternenprophezeyen, für jhre eygentliche anerschaffene vnd eyngepflantzte Wirckungzu halten sey oder nicht: vnd seines theils Nein hierzu sagt, sondern dieSterne mit jhrem natürlichen Lauff vnd Liecht auss Zabarella allerdingsab vnd liindanfertiget: 40 ) Köndte ich jhm meine hierüber gebürende Ant-wort auch wol mit dem vorigen Exempel dess Jauchtzers erklären, welchemzwar deren dinge, so auff einen Jauchtzer gefolget, kein einiges eygen-thümblich heymgehet, oder auss jhme nohtwendig folget: aber doch in allendenselbigen Sachen etwas ist, so von dem Janchtzer vervrsacht, vnd her-nach zu so vielen vnterschiedlichen Geschichten ferners eine mithelffendeVrsach, vnd zwar eine causam sine qua non, gibet: Ich wil es aber mitnoch eygentlichern Exemplis vnd Rationibus an Tag geben.
Thesis 20. Anfangs möcht ich zwar mit denjenigen zweyen Stücken,deren Feselius gesteht, als nemlich mit der Sternen natürlichen Lauff vndLiecht zufrieden seyn: doch also, dass mir vergönnet sey, dieselbige nuss-zulegen vnd zu erweyttern.
Dann wer mir das Liecht zugiebet, der hat mir auch dess LiechtsEygenschafft mit zugeben. Nun ist sein Eygenschafft anfenglich die Wärme,hernach die vnterschiedliche Farben.
Weil 1 dann der Planeten vnd festen Sternen viel seynd, so wirdtI). Feselius nicht in Abred seyn können, dass auch ihrer Liechter Eygen-schafften in quantitate et qualitate sehr vnterschiedlich seyen.
Dann auch der H. Apostel Paulus, da er die Herrligkeit dess zukünff-tigen Lebens gegen der geringen Zierdt dess gegenwärtigen vergleichen