Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Collectanea cx codicibus Pulkoviensibus.

Wie nun Rüslinus der Weltlichen Regenten Zahl 3 mahl 14, 3 mahl aussdem Evangelisten Matthaeo erweisen wüllen, gleiches vnderstehet er sich mitder Bäpste Zahl vnd will erweisen, dass im Alten Testament 4 mahl 14 HoherPriester zu linden, derohalben billich im Newen Testament 4 mahl 14, viermahl, 4 mahl 50 sein sollen. Brauchte abermahl baiderseitz ein wunderlicheArithmeticam, raffet mit under die Hohepriester ein, was ihm taugt.

Weil aber die erste 32 Römische Bisehöffe, so fast alle umb Christiwillen gemartert worden, noch nit in dise Zahl von 4 mahl 56 Bäpsten khom-men, damit man auch wisse, was die im Catalogo machen, will er sie auchmit dem Alten Testament erweisen vnd vergleicht sie acht von Ime selbst er-wehlten Hohenpriestern im Alten Testament, vnd ist im übrigen wol zufriden,dass diser im Newen Testament mehr seyen, nälnnlich 4 mahl 8. Hat sicheben in dise Vergleichung ganz vnd gar verstigen, vnd will mit disem Be-schluss dem Lesern zu verstehen geben, das er an seiner Weissagung mch-rers vnd gewissers nit sueclien solle, als er in disen angestellten Vergleichun-gen des A. vnd N. Testaments jetzo würckhlich finde.

Noch seind zwey dergleichen argumenta (Ich mein die beste) vorhanden.

Zwischen Julio vnd Christo seind 45 Jahr; gleich oder fast gleich sovil seind auch zwischen 1600 vnd zwischen 1644, da die grosse Conjunctioim Wider geschehen würt vnd dahin der Newe Stern A. 1572 deüttet, drumbwürt alles dasjenige hierzwischen geschehen, was Röslinus getraumet, danzwischen Julio Caesare vnd Christo auch viel geschehen.

Solt einer Röslinum nit vnbillich fragen, ob er seiner eigenen Regul,communia nihil probant, vergessen, vnd was Ime das Jahr 1600 böses gethanhabe, da er sollichcs hie an sich setzet, da doch so grosse Ding nit drin-nen geschehen seind ? Allein das widerumb ein newer stella fixa in Cygnodrinnen erschinen vnd noch stehet vnd derowegen der vorige anno 72 nitmehr so stolz herfür ist, das aber vnbewust, sonst würd es mehr Wort ge-geben haben.

Letziich vnd damit es gewiss sey, dass alle dise Dinge noch vor Aus-gang 200 Jahren geschehen vnd die Welt entlieh zergehen solle, argumentirter a similitudine initii et finis mundi; dan weil die Welt im feurigen triangulerschaffen, soll sie auch in eim feurigen zergehen vnd zwar in disem jclz an-gehenden, dan man künfftig kheine prophezeyungen mehr habe. Diser con-jecturae seind trefflich vil leütte ergeben.

Ich antworte wie anfangs: das der Jüngste Tag khommen werde, klianich als ein Christ nit laugnen, will Ime derhalben khain Zeitt zue- oder ab-sprechen. Aber dise argumentation ist zu faul, diss zu erweisen, dan die Zeitcinmahl niemand bekhandt vnd wol ein ander Feür sein muess, drinnen Him-mel vnd Erd verschmelzen wiirdt, als eben diss fantastische, der feurige Trian-gul genennet. Dan woher diser Nam kbomme, hab ich in meinem besondernTractiitl genueg angezeigt.

Ist also die Summa meins Judicii über diss Rüslini Büechl, dass ichseine Weissagungen so lang passieren lasse vnd nit widerfechten will, bissdie Zeit davon ein Ausspruch thuet: aber seine vil argumenta vnd was ersonsten drunter eingemenget, ausser eins Astrologischen oder zwey, vnd so vilpolitisches, für ein vnnöthige, niclitsschliessende Weitlaüffigkheit halte.

Will hiermit schliessen vnd bitt Ew. Kayserliche Majestät gehorsamist,weil Ew. Kays. Majestät Allergnädigisten Befehl Ich Vnderthänigist verrichtensollen, so gerhuehen Die mit meinen, wegen der Materi Beschaffenheit vnder-loffenen kindischen Gedanken, Allergnädigiste Geduld zu tragen.