Band 
Volumen VIII. Pars I.
Seite
351
JPEG-Download
 

IV. Astrologica.

351

Ercklärung allererst Ao 1608. gestelt, welches ist das 25. Jahrs des Altersgewest, derohalben diss Accidens schon zuevor fürüber gewest. Wann ichaber schon zuevor, vnd lang vor dem 1605 geschriben hette, wann ich auchschon eben diese-Wordt gebraucht hette, so hette es darutnben nit den Ver-standt, das ich eben die Vngerische Kranckheidt, vnd die Pest in specie vor-gesagt haben wurdte, Vrsack, ich hab nur generaliter geschriben, der Zue-standt aber ist mit Vmbständten specificirt, auf welche Vmbständt ich niteigentlich hette votiren dürften. Woll lesset es sich jezo nach beschehenerSachen fein applicirn, inmassen ich droben gethan, die Vngerische Kranck-heidt auf Saturnum, die Pest auf Mercurium. Aber vor beschehener Sach istes kheine notturfft gewest, das es eben hette müssen die Vngerische Kranck-heidt vnd die Pest sein, dann es werden dem Saturno auch sonsten anderemehr Kranckheidten zuegeschriben, als da ist Quartana, dem Mercurio auchschärfte Flüss, der vermüschung Jovis vnd Mercurii auch corruptio humorum,putredines, Lungsucht oder auch Morbus Gallicus.

Diss alles melde ich allein zue dem endt, auf das ich dem Gebornenden Wahn beneme, als ob so gar die Particularia aus dem Himmel vorzue-sagen seyen. Einmall ist diss wahr, das aus dem Himmel zwar woll Him-lische Particularia folgen, nit aber Irdische, weder specialia noch individua:sondern alle Irdische Eventus nemen ihren formb vnd gestalt aus IrdischenVrsachen, alda ein jedes Particular sein Particular vrsach hatt.

Das nun jezo Herr von Taxis meldet, die vorgesagte Accidentia seyenumb ein Jahr Spätter oder früer erschinen, vnd vermaindt, die Vrsach seyeallein an dem, das das Thema nit recht corrigirt gewest, das hab ich zwarbey dem hievorgehandelten Accidente des 22. Jahrs also guett müssen seinlassen, das aber eben diesse weiss, das Thema zuecorrigirn so just vnd ge-recht sey, als just vnd künstlich mann die Rechnung anstellen khan, oderauch gesezt die Correction sey ganz just vnd gerecht, das darumb hernachalle Accidentia ganz genau auf die vorgesagte Jahr zuetreffen werden khön-den, das währe abermals der Kunst zuevill aufgelegt; dann obwoll gewisseZeitten ein Himlische Particularitet seindt, vnd auss dem Himmel herzuenemenseindt, verstehe zue demjenigen, was der Himel für sich allein thuet: so istdoch droben angemeldet, das der Himmel gar selten, vnd fast niemahlen alleinseye, sondern das der Geborne, vnd andere, mit welchen er zuethuen hatt,vill thuen vnd anfahen auss freyer Willchur, das sie auch woll hetten vnder-lassen khönen, vnd vom Himmel darzue nicht gezwungen worden, dardurchsie aber die nattürliche Zuefähl befördern oder verhindern, das sie ihre Him-lische Zeidt, Mass, vnd Particularitet nicht erraichen mögen.

Ein augenscheinlich Exempel ist an der Geburth selber, mit derselbenist es so ein wunderbahrlich ding, das die Natur der Muetter ihre gewisseZeidt zu gebähren ganz genaw aus dem Himmel, vnd aus der Muetter aignenNativitet suchet, wann derselben ihr gang vnd Ruhe gelassen würdt. Wannaber die Mutter die stigen einfallet, oder von einem Stier gestossen wierdt,so mag das Kindt dannoch gebohren werden, wann schon die Himlische Zeittvnd Particularitet nicht fürhanden ist. Darumb ist es ein irriger Wahn, dasmann mainen will, es sollen solcherley Accidentia, welche meisten theills ausder Menschen willchurlichen werckhen herfolgen, auf gewisse ausgerechneteHimlische Vorsagungen ganz richtig vnd genau eintroffen, vnd also vorgesagtwerden, die Exempla, welche mann einführet, lass ich mich nit Irren, es seindt