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Judicium matris Kepleri.
in Sachen meiner Muter Katharina Kepplerin erlebter Wittib, wider böse vn-leidliche Verleimbdungen angefangener, aber vbers Jahr hochbeschwärlich auff-gezogener, vnd allererst jetzo, da es dermahlen eines zur Zeügenführung kom-men sollen, durch hochpraejudicirliche inquisitiones, Berichte, vnd gefehrliche,Leib vnd Leben antreffende Cantzleybefelche, allerdings vnterschlagner Rechts-führung etc., Dero Landsfürstliches Gnädiges Einsehen interponiren, vnd hier-mit sonderlich meinen sonsten zimlich bekanten gutten Namen vor angedroe-tein grossen Spot vnd Schimpff gnädiglich retten vnd bewaren werden.
Vnd weil Ich disser Zeitt dermassen verhafft, das mir nit müglich vonhinnen abzukommen vnd aller sachen beschaffenhaitt gegenwärtig nachzufragen,desshalben Ich von hinnen auss mehr in specie nichts eigentlichs anzubringenoder zu suppliciren weiss, solliches auch in ansehung meiner Mutter sehrmächtigen vnd auffsetzigen Gegenparth, in alle Wege gefehrlich sein will;darneben aber Ich doch mit guttem gewissen vor Gott beteüere, das Ich khai-nen andern bericht nit habe, dan das mein liebe Mutter nit allein in Irer an-hangenden Klag wol fundirt, vnd zu derselben bey gefalir leib, ehr vnd guttgenötigt worden, sondern auch an der neülich eingstraiten vnd nach Hoff be-richteten Bezüchligung vnschuldig, vnd eintweder mit bosshafftigen Calumniis,oder doch auffs höchst mit vnerfindlichen, durch die geclagte verleimbdungselber verursachten superstitionibus beschwärt worden sein müesse: als habIch es nothhalben dahin stellen, vnd meinem Advocaten die aigentliche be-findende Notdurfften auff einen oder andern Fall bey E. F. Gu. in meinemNamen gehorsamlich snpplicando anzubringen, anbefchlcn müessen. Michbaider Orten zu gnädiger erhör vnd gewehrung gehorsamist flehentlich em-pfehlend
E. F. Gn.
Vnderthäniger gehorsamer gewesenerstipendiarius
Jetzo der Röra. Kay. Mt. vndeiner Er. Landt. des Ertzh. Oest.ob der Ens Mathematicus.
Johan Keppler.
Cum in praemissis literis defensores Kepleriae praefecto Leobergensi haud ob-scuro crimini dent dilatam causam forensem et studium partis oppositae, his provo-carunt Reinholdum (prius nominabatur Reinbold, hinc inde nomen in libellis scribiturmodo Reinhold, modo Reinold), ut rem suam defenderet literis, quae Stuttgartiae tra-ditae sunt d. 23. Jan. 1617, sine dubio conscriptae instruente praefecto LeobergensiEinhorn. Petit Reinholdus „in vnderthenigster demuet vmb Gottes willen folgendemein vnd meiner Armuetseligen Haussfrawen gar hartes obligen vnd schweres Hauss-kreütz mit Vatterlicher Ilülffreicher audientz Gn. vnd ohne Verdruss anzuhören.“ Re-petitae sunt querelae in hoc libello, quas praefectus p. 364 Stuttgartiam retulerat,multum tribuit Reinholdus rei, quam item praefectus nuntiaverat, Kepleriam corrupte-lam molitam esse, nec non denuntiat illius fugam, testimonia conscientiae delictorum.,Wa sie noch der stunde latitirt, kan man nit aigentlich wissen; allein da ein ernstan ihren Sohn Christoph Käplern allhier, der dannen sein hüesche Muetter versteckenvnd ihre beste mobilien nach ihr hinauss flihnen helffen, solte gelegt werden, wurdeman baldt erfahren, an was Orten Sie sich vffhalten thette. Nun lasst der ChristophKepler sich darneben noch vihlor bössen trauworten verlautten, wie Er erst mit Rech-ten hinder mich wölte, vnd mich folgents an betteistab richten, da doch zubesorgen,so es vnser lieber Herr Gott nit anderst wendet, wir Eheleut ohne das dahin kommenmüessen, weil mein kranck weib mir in der Hausshaltnng nichts mehr nutz vnd ichwegen disses Vnfahls meinem Ilandtwerck nit mehr nachkhommen kann“... „Alss wollenE. F. G. gnedig geruehen, vnd nach besagter aussgetretener Käplerin greifen vnd in