Band 
Volumen VIII. Pars I.
Seite
404
JPEG-Download
 

404

Judicium matris Kepleri.

bewusst. Vff die Interrogatoria zue Endt bey allen Zeügen zuegebrauclien: 1. Naiu.2. Die Clegerin bette solches gesagt, welches sie Zeugin gehurt. 3—8. Zeiigin dar-von nichtz wissen wollen. 9. Zeugin darvon nichtz wissen zuesagen.

Hat allso hiemit ihr sag geendet, vnd sich in derselben ohnverdächtig gehaltten.

Der Fünffte Zeug, Jacob Koch, Burger vnd Kieffer zue Lewenberg (40 Jaralt): Ad 6. die Vrsula sage, sie erleide grosse schmertzen, vnd ihrer sag nach hettihren solches der von der Kepplerin empfangene truuekh verursacht. Vff die Inter-rogatoria Zeug respondirt: 3. Man habe ihn nit zuesehen lassen, noch er darvon ge-hört. 4. Habe nie khein Khindt erzeügt, wüste aber nicht vss was Vrsachen. 5. DieVrsula were in gefengnus khomen vmb des Kupfferschmidtz willen, der aber soll sichgenuegsam purgirt haben, das er in Vnehren nichzit mit ihren zueschaffen gehabthabe. 6. Zetig wiste von kheinem Vssreissen, sonndern das ihre Zwen vmb eine ge-buelet, aber nur der eine dieselb bekhommen. 7. Wisse Zeiig nitt. 8. Ein anderer sucheebenmessig sein gewin, so guet er khende, hette aber vom Producenten nichtz ohn-zuelessliches gehört. 9. Gott der Allmechtige straff vmb der Sünden willen, das aberdiejenige, so sich zum werckhzeiig gebrauchen lassen, hinwiderumb zuestraffen, seyeoffenbahr.

Ad 7 . Zeug articulirtes wahr sein gesagt. Vff die Interrogatoria Zeüg geant-wurtt: vffs 1. Er hette nichtz vngebürliches, auch nichtz von Zeügen interrogirtenArtzet, welchem die Statt alhie soltte verbotten worden sein, gesehen. 2. Nit ohnesein, dass sie inn- vnd vsserhalbs Raths gepflegt, vnd desswegen dahin raissen miessen.

Ad 13 . 14 . Vff ein Zeit (tag vnd jar eben specifice anzuezaigen Zeügen ab-gefallen) were Zeüg zue Heinrich, Kepplerin der Beclagtin Sohn, bei Palin TheurersLaden khommen, vnd ein ieder den andern gefragt, (dann damalen ein ieder etwaskranckhes leibs gewest) wie seine Sachen stienden, Heinrich Keppler daryber ver-meldt, Er were des Kaissers Trabant gewessen, vnd halte darfür, sein Zuestandtkhomme ihme von der Keltin her, deme Zeüg zuegesprochen, er hab es gar guet,seine Muetter khenne ihne wohl pflegen. Keppler daryber gesagt, Ja wol Pflegens,seine Muetter fiere ein solch ärgerliches leben, er were willens zue seiner Schwestergehn Ilewmaden zuezieheu, vnd wann er solte widerumb herab khommen, so wollteer sein Muetter Selbsten anzaigen. Wisse sich des Kalbs halber nichtz mehr zuerin-nern. Vff die Interrogatoria: 2. Wann er es auss gewonhaidt geredt. so mege mannsein Zeügen halben selbiges vss gewonhaidt annehmmen. 4. Er hette von dem gemei-nen bebel hören sagen, Heinrich Keppler hette vssgeben, sein Muetter hette ein Kalbzue todt geritten vnd ihme wollen darvon zuessen geben.

Ad 24 . Michael Stahl der Sattler, der hette in Martin Weisshaubten behaus-sung vssgeben vnd gesagt, Er vermeine wohl die Kepplerin hette ihme in einer nachtein Rumor in das Hauss gemacht, dann zue nacht vmb 11 Uhren alss eben der wech-ter die stundt vssgerueffen, hette sich ein solch getemmell in seinem Stall in derScheüren erhaben, das er dem wechter zuegerueffen, item seiner Muetter so im Bethgelegen, geclagt, wie doch die Sachen anzuegreiffen, vnd entlieh sich in stall gewaget,damalen sich die Küeh gantz vnberstig vnd gleichsam wiettend erzaigt, vndt weil erReysach derunden gehabt, nit anderst gewessen, alss wann 100 oder mehr schaff vffdem Reisach herumber treppelten, darzue er einen Nachbarn Hanns Nestlern geruef-fen, der ihme (gleichwol etwas schwaches leibs) zue lieb erschinen, der Kue, welcheer mit sonnderm Vortheil vnd mit einem Ilandt Zwehlen an einer Saul haltten mies-sen, etliche Sachen eingeschitt, vnd yber den Ruckhen hinabgestrichen, das reverenterder Vnlust von der Kueh gangen, alss dann die Kue widerumb genessen, vnd alsHanns Nestler gefraget, wen sie meinen das solches gethan, sie es aber nicht wissenmögen, Hanns Nestler ihnen ein Katz oherthalbs der scheüern gewiissen, mit vermel-den, er wolte mit einem nassen finger zue derselbigen gehn khennden, daun das wereihr Nachbarin. Vff die Interrogatoria Zeüg geantwurtt: 1. Er were nit darbey ge-wessen, ob aber Stahl solches im schimpf! geredt, mege mann ihne darum!) fragen.2. Zeug lasse ein andern darfür sorgen, ob der Satler ein warhaffter gesell sey odernit. Zeüg khennde darob khein grundtlichen Vssschlag geben. 4. Zeüg were nitSelbsten darbey gewessen, sondern hette solches nur von hören sagen.

Ad 46. Bei einem ordtlichen, ehrlichen w r eib, die ihren Mann dapffer vnd wohlhalten thüe, khende vnd möge ein Mann auch wohl pleiben, wisse aber nit, wie esdiss ortz were beschaffen gewessen.

Der Sechste Zeüg, Dorothea Hanns Kleblins Veldtschitzen weib (vn-gevar 33 Jahr alt): Ad 6. Der Augenschein gebe es, das die Clegerin grossenschmertzen leide, woher es aber khome, Zeugin verborgen. Vff die Interrogatoria