Judicium matris Kepleri.
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Werckhzeug, allso sie verhaffte Kepplerin Ime Zeügen durch genöttigten beygebrach-ten trunckk solchen vuseglichen schmcrtzen vnd bresten zugefuegt, auch darzue ibnevnd seine arme Weib vnd Künder inn den eussersten Bettelstab gericht, das wafernIhme nicht vsser mittleidender trewhertzigkhait zue vffenthalttung sein vnd der sei-nigen die Teutsche Scliuel anvertrauwt wurde, er wohl Hunger vnd Kummer zumahlvnd mitteinander tragen mieste. So hette auch er Zeug von Bastian Mayern seeligen(der ein Ehrliebender Bidermann gewesst) mehrfelttig vsser seinem Mundt gehört, daser gesagt, sobaldt sein verstorbene Haussfrauw seelig neben Ihme Zefig in der Kepp-lerin Hauss getrunckhen, das sie nachmahls gleich daruff kranckh worden, anfangensoeben, vnd endtlich gar gestorben, vnd an disses seines Weibs Todt were niemandtanderst vif disser Welt schuldthafft, khendt auch kheinem Menschen desswegen nichtsbeygelegt werden, dann allein der alten Kupplerin, vnd dörffen doch solch Ihr An-ligen vnd Zuestandt, sintemahlen Alles von Ihr verleugnet wurde, vnd nicht gnug-same Kundtschafften vorhanden, niemanden clagen.
Ynnd alss er eines tags einmahl für der Käpplerin hauss fürüber gehunckhen,hette selbige Ihne zue Red gestelt, vnd sich erzaigt, ob truege sie von seiner Kranck-heit wenig Wissens, aber doch mitt dissen Wortten begegnet, daferr es sich mit Ihmezue keiner besserung schickhen, solte er hernach volgenden Seegen, den sie gleich -wol vor Zeitten an ihrem einen Kindt Hanns Friderichen, so noch gar jung gewesst,vnd sich gleicher gestallten nit wol befunden, gebraucht, so aber nichtsdesto wenigergestorben, nachgehendts aber Ihrem verstorbenen Sohn Heinrichen, so ein Soldat vndKayserischer Trabandt gewest, alss er ebenfahls in der Jugendt kranckh worden,solchen Seegeu auch yber Ihne gesprochen, der auch baldt widerumb zue seiner vori-gen gesundthaitt gelangt, vnd hernach er sich vil Jar lang zue Kriegdennsten begeben.Aber er Zeiig miesste selbigen vor der Sonnen Vifgang yber Ihne sprechen vnd nach-gehendts einen glauben, vnd Vatter Vnsser darzue betten. Vnnd lauttet berüerterSeegen, so Zeug nicht mehr anzaigen kennen, sondern Kepplerin selbigen selbstendictiert, von Wortt zue Wortt allso:
Heiss mir Gott willkommenSonn vnd Sonnentag.
Kompst daher geritten,
Da stehet ein mensch, lass dich bitten,
Gott, Vatter, Sohn vnd .Hailiger GaistVnd die hailige Dreyfalttigkhait,
Geb dissem Menschen bluet vnd flaischAuch guete gesundthaitt.
Zue dissem Seegen nun hat sich die Verhafftin Kepplerin nicht allain bekhendt, sonn-dern auch das sie solches zugebrauchen dem gezeiig gerathen, gestanden, auch dentrunckh so er Zeüg neben B. Mayers Weib ohngenöttigt gethon, nicht widersprochen,aber es were darumb weder den Zeügen disser schad darvon begegnet, wenigerB. Mayers seeligen Weib gar darvon gestorben. Dann wie sie Verhafftin gehört, hetteer Benedict vor der Zeit ein geschlachten Baum vmbgehauwen, vnd dahero were Ihmedisser schad endtstanden, bette auch kheiner mehr, welcher dergleichen fruchtbareBaum vmbzuehawen pflegte, wie sie wusste vnd von andern vernommen, die tag seineslebens khein glückh oder gesunde stundt mehr.
Beüttelspacher aber (dem zuglauben) hat mit beteuren angezaigt, das er dietag seines lebens wissenthafft einsichen fruchtbaren oder geschlachten bäum niemah-len vmbgehauwen, aber wohl etwann, weil er sich auff das Bohm machen, mit Ernten,stossen vnd schlaiffen wol verstannden, vff ansprechen der Leiith bäum abgestimmelt,die Ihme aber gemeinglich widerumb gerathen, vnd zum gewächss einen forttgang ge-habt; alsso das der Kepplerin vorwenden ein eytel nichtig erdicht, vnd cum veniaein vnwarhafft wesen.
Alss nun Kepplerin mit dissem nicht liinauss zuelangen getrauwt, hatt sie vor-geben, das der gezeüg ahn einem schweliren Kreben mit grünem holtz (wie sie vonandern gehört, vnd doch niemandt nambhafft machen kenden) alsso getragen, das disseLerne vnd sein clagender Leibsschmertz dahero geflossen, aber es hatt der Zeügsolches vihlmehr, allss das .vorige auch liederliche fundament, gentzlich widersprochen,vnnd disse wahrhaffte Anzaig gethan, das ob er schon die tag seines Lebens, bisser in disses elendt gerathen, hartt mit tragen vnd in ander weg geschafft, so hettees Ihme doch weder schmertzen noch so ellendtlichen gebrästen nicht gebracht, dar-umb er nochmahlen solchen bezüg vff niemanden anderes, dann die Verhafftin legen